Ich sagte: „Wahrscheinlich nicht.“
„Und später? Wo ist die Dame?“
„Noch auf der Wache. Sie sprach ganz ruhig und sagte noch: ‚Das ist ein böser Mißgriff von Ihnen, lieber Freund. Ich hoffe, beim Herrn Staatsanwalt ein gutes Wort für Sie einlegen zu können. Denn schließlich erfüllen Sie nur Ihre Pflicht. Ich war ja selber bei den überfallenen Herren, und der Herr Staatsanwalt war auch mit. Er ging nur früher heim. Sonst hätte er alles selber mitgemacht‘ ... ‚Warten wir ab!‘ sagte ich darauf nur.“
„Haben Sie ihr vielleicht gesagt, weshalb Sie sie verhaftet haben?“
„Nein, kein Wort!“
„Das ist gut. Bleiben Sie im Nebenzimmer.“
Wenk bat noch andere Schutzleute herein. Dann kam der Redakteur. Er protestierte laut, es sei eine Vergewaltigung der Presse durch eine Behörde, was man ihm antue, und die Zeitung ...
„Wenn für Sie Ihre Zeitung dazu da ist, um den Lesern so rasch und kopflos unzusammenhängend, wie es Ihnen berichtet wird, stets als Klatsch das Allerneueste vorzuschwatzen, sei es ein Mord oder ein mit Unglück endigender Liebeshandel, nur weil es Klatsch ist ..., so haben Sie recht. Sie haben aber kein Recht, von vornherein einer Behörde, die dazu da ist, etwas ungleich Wichtigeres zu vollziehen als dumme Leute mit Klatschprimeurs zufriedenzustellen ...“
„Sie ...,“ stotterte erregt der Redakteur, „... versuchen die Presse zu knebeln. Wir leben nicht mehr im alten System. Der Landtag wird ...“
„Ich habe jetzt keine Zeit, mich mit dem Landtag zu befassen. Wollen Sie mir bitte den Brief geben, von dem Sie telephonierten!“