Heinrich that nach dem Rath des Alten. Wenn die Dämmerung kam, dann ging er mit seiner Geige in den Garten, setzte sich in eine Laube, die dem Gartenhaus nicht fern war, und spielte alle Lieder, die er kannte, auch die Lieder der Heimath spielte er, die mit ihren süßen Lauten Jung und Alt erquicken. Nicht lange, so kam der alte Siegmund und beschied den Jüngling zum Spiel vor seinen Herrn. Heinrich fand in ihm einen schönen Greis mit etwas gebeugtem Nacken; aber den lauernden Zug in seinem Angesicht, auf den ihn Siegmund schon aufmerksam gemacht hatte, fand er auch;

es war ihm nicht gut in's Angesicht sehen. Heinrich bezwang seine Bangigkeit; er strich die Geige und spielte die schönsten Weisen, die er gelernt hatte, und spielte sie mit Ausdruck und Gefühl.

In einer Pause fragte der alte Herr:

»Wie heißt man?«

»Heinrich Justus, ihr Edlen!«

Bei Nennung dieses Namens zuckte der Alte sichtlich zusammen; Heinrich aber stimmte die Geige, als kümmre ihn die Frage nicht.

»Wo stammt man her?« war die weitere Frage.

»Aus Veitsberg im Lande Hessen!«

»Wie heißt der Vater?«

»Jakob Konrad Justus!«