Denn es war Mode geworden, die Kinder nach den Wagnerschen Opernfiguren zu nennen.

„Ich schlage vor: Senta“, meinte Dr. Maurer.

Aber er wurde der a’s wegen überstimmt, und es blieb bei Isolde.

Abermals klangen die Gläser aneinander. Karla, die den Mund voll Kuchen hatte, verschluckte sich. Mehr vor verhaltenem Lachen als vom Trinken. Sie lief aus dem Zimmer, in Adelens Schlafstube, wo der Wagen stand, riß das schlafende Kind in die Arme, drückte es an ihre Brust und schrie, während sie sich vor Lachen bog:

„Weißt du, wie sie dich genannt haben, mein Schmerzchen? Isolde! Du merk’ dir’s, Schmerzchen, geliebtes — Isolde sollst du heißen!“

Das Kind brüllte wie am Spieß, während sie es unter Lachen küßte, immer wieder hochwarf und wieder auffing.

„Aber schrei doch nicht, Schmerzchen ... sei doch still ... du ...“

Das ganze Eßzimmer kam angelaufen. Adele riß Karla das strampelnde und schreiende Kind aus den Händen.

„Aber Karla! ... Was machst du denn? ... Ruhig, Isoldchen ... ruhig ... Tssss ...“

Karla hielt sich die Ohren zu. Isoldchen! ... Ihr Lachen wurde krampfhaft.