„Die Reisen will ich Ihnen meinetwegen bezahlen“, warf er ihm über die Schulter zu.

Vielleicht war die Kleine abends besser bei Stimme, wenn sie am Tage ihren Mann abgeküßt hatte. Es gab so närrische Weiber. Die Sängerinnen schleppten alle gern einen Mann mit sich herum — Gatten, Geliebten oder Sekretär. Im Grunde kam es ja doch immer auf dasselbe heraus.

„Danke“, sagte Altmann.

Seine Stimme war leicht belegt, und die Mundwinkel hingen tief herab. Es war doch verflucht bitter, dieses „Mitgenommenwerden“!

Dann saß man im Arbeitszimmer des Kommissionsrates. Es war mit aller Behaglichkeit und kitschigen Pracht der achtziger Jahre ausgestattet. Karla wurde ganz beklommen zumute, und sie setzte sich andächtig auf den mit imitiertem roten Leder ausgeschlagenen Sessel. Fuchs nahm ein Formular, das oben die Firma trug: John Russels internationale Gastspielgesellschaft.

„Sie verpflichten sich also für drei Jahre bei Herrn Russel als dramatische Sängerin. Verpflichten sich, überall da zu singen, wo Herr John Russel Sie allein oder mit seiner Gesellschaft hinschickt.“

Karla nickte strahlend.

„Ja, natürlich“ ...

Altmann trat vor.

„Nein ... nicht überall. Deutschland ist ausgenommen.“