„Hören Sie mal, lieber Altmann ... ist das unbedingt notwendig — müssen Sie durchaus mit? Herr Russel möchte nämlich ...“

Jetzt erhob sich auch Altmann. Er hatte seine Haltung wiedergefunden und fuhr sich mit dem seidenen Taschentuch über das glattrasierte Gesicht. Er fürchtete, man würde das Zittern seiner Hand bemerken.

„Ich lasse meine Frau unter keinen Umständen allein fahren ... unter keinen Umständen.“

Er gab seiner Stimme alle Festigkeit, steckte das Tuch in die Tasche und schlug sie mit der flachen Hand glatt. So kämpfte er in einer Rolle auf der Bühne die Erregung nieder. Es half auch im Leben.

Karla zog ihren Arm durch den seinen, stellte sich dicht neben ihn, wie um seine Worte zu bekräftigen. Das war sie ihm schuldig. Sie nickte sogar. Aber ihre Augen blitzten. Sie hatte die Gage überrechnet. Es machte mehr als sechzehnhundert Mark im Monat. Sie hätte John Russel am liebsten umarmt. Ihrem alten Direktor wollte sie das gleich mal schreiben — aber gleich! Und Adele ... tja, meine Liebe — so verdiene ich — Karla König ... jawohl!

Doch sie hielt sich bescheiden zurück, ängstlich nur, daß alles an der Forderung ihres Mannes scheitern könnte. Aber schließlich — puah — bei soviel Geld .... Man konnte ja gottlob selbst alles bezahlen! Lächerlich!

Altmann fuhr fort: „Sie haben vielleicht einen Posten für mich .... Meine Ansprüche sind gering. Es ist nur, daß ich dort eine Beschäftigung habe“ ...

John Russel zuckte die Achseln:

„Lieber Herr — Beschäftigung! Das ist teurer als Geld. Suchen Sie sich welche. Wenn mein Kassierer durchgeht, können Sie an seine Stelle kommen“ ...

Er lächelte wieder, diesmal geringschätzig. Er hatte nie im Leben um „Beschäftigung“ gebeten. Genommen hatte er sich, was sich gerade fand. Er war nicht dazu da, die Männer seiner Sängerinnen zu beschäftigen.