Kommissionsrat Fuchs blinzelte unruhig mit den Augen. War sie verrückt geworden, die König?! Er empfahl sie einem John Russel und sie schluderte und heulte wie eine Furie. Was war denn das mit ihr?

Karla stand hochatmend, mit roten, heißen Wangen am Klavier. Ihre Hand bebte noch immer auf Altmanns Schulter. Altmann war grau im Gesicht und wagte es nicht, sich umzudrehen. Er hätte sie schlagen können — mit beiden Fäusten auf sie losgehen mögen. War sie wahnsinnig geworden? Sie wußte doch, was für sie beide davon abhing! Wußte, daß er bald am Ende von all seinem Ersparten war! Und was dann? Die Herbstengagements in Deutschland waren abgeschlossen. Hier krochen sie nicht sobald unter! Und dann — unterkriechen! Immer wieder unterkriechen! Von sich wollte er nicht sprechen. Aber Karla war auch schon 24 Jahre alt. Solange hatte sie der Kieler Schlaukopf gehalten .... Was wurde nun aus ihnen beiden — aus dem Kind? Bei Adele sah es knapp genug aus. Die Kinder wurden größer und kosteten von Tag zu Tag mehr. Adele hatte schon ein paar Andeutungen gemacht, die brave, treue Seele ... Der Schweiß perlte in großen Tropfen von Altmanns Schläfen.

„Bravo, bravo ...“, sagte John Russel wieder.

Er hatte wieder dasselbe flüchtige kalte Lächeln.

„Sie sind wie ein Präriepferd ... well, das liebe ich. Sie gefallen mir.“

Karla schämte sich plötzlich und senkte den Kopf. Sie hätte am liebsten gerufen: Aber ich singe doch viel besser! und hätte alles wiederholt. Aber John Russel wendete sich langsam ab.

„Ich will ihr 100 Dollar die Woche geben und freie Reise. Können gleich abmachen, lieber Freund.“

„Reise für zwei Personen“, murmelte Fuchs und zeigte mit dem Kopfe auf Altmann.

„Wie ... der auch mit? Sie will immer ihren Mann mit sich schleppen? ... God bless me!“

Der Kommissionsrat zuckte die Achseln.