Ihr wurde merkwürdig kalt im Rücken, und so leer schien ihr das Zimmer, als ob er gar nicht mit darin stünde, ihr Mann.

Sie nahm das Kätzchen in den Arm und ging in die Kammer. Dort saß sie lange, und die sanfte Wärme des kleinen, schnurrenden Tieres beruhigte sie. Einzelne Tropfen fielen aus ihren Augen auf das weiche Fellchen. Sie berührte mit ihren Lippen den kleinen runden Kopf, die spitz aufragenden Ohrchen. Sie summte vor sich hin ... kleine naive Liedchen aus ihrer Schulzeit ....

Sie dachte daran, wie sie als Kind Wärme und Zärtlichkeit bei den Hunden und Katzen der Nachbarn gesucht, da sie sie zu Hause nicht fand.

Warum hatte sie keine Brüder, keine Schwestern, wie die anderen Kinder? ....

„Das hätt’ mir noch gefehlt!“ gab die Mutter zur Antwort.

Später fragte sie den Papa.

„Liebes Kind .... multipliziere nicht nur die Spiele und Freuden, multipliziere auch die Zahl der Knuffe, Entbehrungen und Krankheiten mit der Zahl der Geschwister!“

Vielleicht dachte auch ihr Mann so ...?

Am nächsten Tage schenkte sie das Kätzchen einer Kollegin. Altmann brachte ihr einen hübschen seidenen Unterrock aus der Stadt mit.

Sie hätte nicht gewagt, an solch einen Luxus auch nur zu denken. Ganz blaß wurde sie.