Vierzehntes bis achtzehntes Tausend

August Scherl G. m. b. H., Berlin SW 68

Alle Rechte, auch das der Übersetzung, vorbehalten.
Copyright 1921 by August Scherl G. m. b. H., Berlin.

Druck von August Scherl G. m. b. H., Berlin SW 68.

Als Karla König die Gestalt ihres Mannes durch die staubgraue Glasscheibe des Künstlereinganges erblickte, wurde ihr lebhaftes, junges Gesicht dunkelrot.

„Du, denk dir ... wir kriegen ein Kind!“

Fast hätte sie es laut herausgeschrien. Aber weil nun die Kollegen und Kolleginnen vom Schauspiel an ihrem Manne vorbeidrängten, preßte sie die Hand in dem weißen Zwirnhandschuh gegen die vollen, roten Lippen.

Ihr Mann war zweiter Held und Liebhaber. Keine große Nummer, aber ein vorzüglicher Sprecher und eine vornehme Erscheinung. Sie schwärmte für Vornehmheit. Die Kollegen hielten große Stücke auf ihn, weil er bei vorkommenden Streitigkeiten mit der Direktion stets ihre Interessen vertrat und durch seine überlegene Ruhe manchen Konflikt gütlich beilegte.