Schwer hing Adele an Karlas Arm. Wie ein Sinnbild war es.

Kraftwagen sausten an ihnen vorüber, Menschen stießen und schoben sich an ihnen vorbei. Die Bäume knospten hell unter dem blaßblauen Himmel, zwischen den hellen Häusern. Karla blieb stehen und atmete die kühle, leicht durchsonnte Luft ein, wie einen Labetrunk.

Wie hatte sie sich dort drüben nach dem ersten deutschen Frühling gesehnt — eintrinken hatte sie ihn wollen, in jauchzender Freude, wie die gesegneten Jung’ Frauen ihn eintranken in fröhlichem Reigen auf dem Bilde des Botticelli ...

„So denk doch ein bißchen an uns, Karla ... haben wir es nicht um dich verdient?“

„Doch, ja ... ich ... werde schreiben ... ich verspreche dir’s.“

Es kam ausdruckslos, matt von Karlas Lippen.

Sie standen vor einem großen Café, dessen breite Fensterscheiben schon sommermäßig herabgelassen waren. Adele drängte Karla in den Eingang, an einen der runden weißen Tische.

„Am besten, du schreibst jetzt gleich ... dann ist es abgemacht, und niemand weiß etwas außer dir und mir.“

Sie bestellte etwas zu trinken, eine Mappe und Schreibzeug.

„Auf dem Briefbogen? ... Das geht doch nicht ...“