Das war ganz einfach: er hatte ganz nahe von hier mit seiner Jacht gekreuzt, wollte rüber nach Kopenhagen und von da weiter hinauf bis nach Norwegen. Vorher hatte er sie noch einmal sehen, ein bißchen was von ihr und ihrer Stimme mitnehmen wollen.

Sie schüttelte den feinen Dünensand aus dem Haar, aus den Kleidern, ihre weißen Zähne blitzten aus dem frischen, wie mit einer braunen Patina bezogenen Gesicht hervor. Ihre Augen leuchteten. Ein tiefes, glückliches Lachen warf ihre Worte auseinander.

„Ist Ihre Frau Schwester mit? Nein ... das ist schade! So eine wunderliebe Frau ... Ich habe so viel an sie gedacht ... nein — ich meine an Ihre Frau Schwester ... An Sie auch .. ja — freilich — ach Gott, nein, ist das herrlich, daß Sie da sind!“

Sie stapfte in ihrem kurzen Leinenrock an seiner Seite einher, zupfte die kleinen Mädchen, die ihr in den Weg liefen, an den Zöpfen, packte die Jungens am Schopf, lachte übermütig.

„Eben habe ich noch Trübsal geblasen, weil mein Schmerzchen nicht da ist, und jetzt ... Wissen Sie, Graf, wenn Sie da sind ... dann fällt plötzlich alles Schwere und Drückende von mir ab. Als brauchten Sie nur mit Ihrem Spazierstock so eins—zwei—drei durch die Luft zu streichen, und es käme mir alles angeflogen, was ich wünschte ...“

„Ich wollte, ich könnte Ihnen Ihr kleines Mädelchen herzaubern, liebe gnädige Frau ... aber leider konnte ich nichts anderes, als mich selbst plump vor Ihnen aufstellen und Sie vielleicht aus einem freundlichen Traum wecken ...“

Sie winkte ab.

„Nein, nein ... die Wirklichkeit ist schon ganz schön ... ganz ...“

Sie brach plötzlich ab, blieb stehen, sah sich schuldbewußt um.

„Nein, wie dumm ... jetzt sind wir ganz verkehrt gegangen ... ich wollte Sie doch zu mir führen. Sie sind mein Tischgast ... ja .. ja ... das verlange ich. Ich habe nie einen Tischgast gehabt — so für mich, mein’ ich ... das lass’ ich mir nicht entgehen! Haben Sie keine Angst ... ich koche nicht selbst. Einfach ist es bei meiner Wirtin ... ganz lächerlich einfach, aber wir speisen in einer Laube, rund herum stehen Sonnenblumen, und statt eines Kellners bedient uns ein süßes Mädelchen, das Töchterchen meiner Wirtin.“