Gaudlitz hatte es wohl selten irgendwo so gut gemundet. Ein leichter Weißwein gab der Stimmung eine festliche Freudigkeit.

„Den Kaffee trinken wir bei mir an Bord. Wollen Sie? Ich rudere Sie hinüber. Oder fürchten Sie sich?“

„Ob ich mich fürchte? Mit Ihnen? Ich denke nicht daran! Ich fürchte nur die Einsamkeit oder Menschen, unter denen ich mich einsam fühle — —“

Ein Schatten flog über ihr Gesicht. Sie mußte an Brasilien denken, an die Nordeni, mit ihrer fliegenden Angst ... mit ihrem grauenvollen Tod.

„Was ist Ihnen, Frau Karla?“

Sie schüttelte den Kopf.

„Zu dumm ... mitten aus allem Schönen, allem Hellen und Freudigen heraus muß man manchmal an das Trübste und Schaurigste des Lebens denken ...“

Er nahm ihre Hand, in fast brüderlicher Anteilnahme.

„Was ist Ihnen das Trübste, darf ich es wissen?“

„Mir? ... Mir ist’s die Einsamkeit, das Alleinsein. Das Trübste und Schaurigste.“