Altmann überhörte es. Alwin war unverzeihlich in seiner Schwäche. Es war nur gut, daß er dem Jungen letzthin mal eine ordentliche Standpauke über seinen „katastrophalen“ Leichtsinn gehalten hatte. Wenn er noch ein einziges Mal Dummheiten machte, dann würde die Zulage auf die Hälfte herabgesetzt! Dann sollte er sehen, wie er fertig wurde. Natürlich — jetzt maulte er. Spielte den Beleidigten!

„Mach’ dir keine Sorgen, Alwin ... denk’ an dich und nur an dich. Hast dir’s verdient!“

Altmann schüttelte ihm kräftig die Hand. Ging noch eine Strecke mit dem langsam abfahrenden Zuge.

„Du ... sie wird wohl jetzt in Bayreuth sein ... Vielleicht ..“

Das „Vielleicht“ war das letzte, was Alwin Maurer noch hörte. Und er sah die Frauen mit ihren wehenden Tüchern nicht mehr.

Wie aus einem tiefen Schacht heraus brach das Bewußtsein hervor, daß er mit diesem ratternden Zuge nicht nur der Heilung entgegenfuhr — sondern auch Karla. Und dies Bewußtsein weckte aufs neue jenes Sehnen in ihm, das wie ein wildes, wärmendes Licht die traurigsten und ödesten Strecken seines ereignisarmen Lebens verklärt hatte.

„Vielleicht ...“

Ein letztes, banges Hoffen sprach aus diesem Wort — aus dem Blick, der es begleitet hatte ...

Alwin Maurer ließ die Luft um sein Gesicht streichen. Wie wohl das tat ... wie das erfrischte! Anderes Land, andere Menschen ...

Nur gesund werden ... stark ... lebensfroh ...