Am Brandenburger Tor erst bestieg er einen Wagen, fuhr nach Hause.
Der Abendbrottisch war gedeckt. Er stellte seinen grauen Zylinder heftig auf den Schachtisch, legte das Stöckchen daneben, warf die verdrückte Zeitung vor Pauline hin. „Lesen Sie. Zweite Spalte links. Personalnachrichten. Links, zum Kuckuck nochmal ...“
Pauline las. Alles fing an zu zittern an ihr.
„Du lieber Gott ... Du lieber Herr im Himmel ... die arme .. die arme junge Frau! Die arme Frau! ..“
Kürzer als sonst und schweigsam war die Mahlzeit. Pauline goß dem Tee ihres Herrn unaufgefordert zwei Löffel Arrak bei. Da konnte der Doktor reden, was er wollte. „Trinken Sie, Herr König, trinken Sie tüchtig ...“
Und der Papa trank. Und in sein weißes, rosiges Gesicht unter den weißen Locken stieg das Blut erwärmend und belebend auf. Seine blauen Augen, die ganz tot und leer geblickt hatten, hatten wieder ihren alten stählernen Glanz. Und schließlich holte er eine feine Zigarette aus seinem fast damenhaft kleinen Döschen und stieß behaglich ringelnde blaue Wolken vor sich hin.
Und während er den schwebenden Kringeln folgte, die sich aus der Helle stahlen und sich im Dunkel auflösten, sagte er:
„Ich will Ihnen was sagen, Pauline, Sie müssen nur nicht gleich wieder losheulen. Sie wissen doch, daß ich das in den Tod nicht leiden kann! Also ich meine so: Fragt sich noch, ob der Tod dieses Mannes ... wirklich so ein großes Unglück für meine Tochter ist. Fragt sich noch! ....“
„Aber Herr König ....“
„Ta ta ta ... Pauline. Was wissen Sie von uns Künstlern! Nicht das wissen Sie!“