Stöhnen, Heulen riss sie aus ihrer Erstarrung. Entsetzt sahen sie, wie sich Fray Tomàs de Leon am Boden wand. Er bohrte die Blicke, klammerte seine Hände an ein Kruzifix und schrie. Man beschwor ihn um Erklärung. Er aber wagte nicht emporzublicken, die Augen abzuwenden vom Gekreuzigten. Mit der Hand nach der Decke deutend brüllte er wie ein zu Boden geschlagenes Vieh:

„Gott . . . Gott . . .!“

Er bellte den Namen Gottes durch das Gewölbe.

„Gott lässt die Sünde wider den Heiligen Geist nicht geschehen!

Derweil ihr Leib das Gefäss unseres Unrats war, hielt der Ewige ihre Seele fest und machte ihr Leben unverwundbar . . .!“

Den jungen Leuten war, als peitsche ihnen einer in die Kniekehlen und zwänge sie nieder. Am Boden liegend wimmerten sie klägliche Gebete. Teresa taumelte immer langsamer, das Haupt fiel ihr vornüber, die Arme erschlafften und sie sank zusammen wie die Flammen der Kerzen, die rings niedergebrannt waren. Aus den Ecken der dunklen Kirche aber, hinter den Vorhängen der Beichtstühle, von dem weissen Teppich stieg verzweifeltes Stöhnen und Beten der Reue empor.

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Der Abgrund meines Lebens hatte sich so weit geöffnet, dass es mir möglich war, bis auf den Boden zu blicken. Ich sah eine Grenze, wo ich Unendlichkeit vermutet hatte. Die menschliche Einbildungskraft, das Spiel des Verstandes zeigte sich erschöpft, es konnte nicht weiter getrieben werden. Mir war, als sei ich auf dem Weg der Erkenntnis mit der Stirn an eine dunkle Wand gestossen, die nicht weichen wollte, wie sehr ich mich dagegen stemmte. Konnte ich einen deutlicheren Beweis verlangen, dass ich auf dem Irrweg war, dass ich mich verlaufen hatte? Und ich kehrte um.

[* Ist es nötig zu erklären, dass die Kirche niemals etwas Ähnliches anerkannte!]

Die Botschaft