„Ich glaub’ an ihn, ich fühle seine Majestät, aber dennoch schreie ich mich von ihm los, — dein will ich sein —!“
„Bist du willens, den Heiligen Geist zu schmähen?“
„Tat ich’s nicht schon?“ rief sie atemlos.
„Willst du Lucifers Beischläferin sein, der Gott kennt und ihn darum hasst?“
„Ich sehe Gott,“ rief Teresa ekstastisch, „und will doch deine Dirne sein, Satan!“
In diesem Augenblick sprangen die jungen Leute mit Dolchen bewaffnet auf den Teppich.
„Schnell . . . schnell . . .“ rief Fray Tomàs, „ehe sie bereuen kann, ehe sie das grosse Werk zerstört!“
Und im Nu stürzten sie auf das verzückt dahintanzende Weib ein. Sechs Dolche staken in Teresas Leib — im Herzen, im Nacken, im Bauch, in den Lenden, in der Scham — aber keiner schien sie verwunden zu können. Gefühllos tanzte sie weiter, wie eine Nachtwandlerin. Sechs Dolche umstarrten sie, als gehörten sie zu ihrem masslosen Schmuck.
„Sie fühlt nichts mehr,“ rief einer erschrocken. Mit einem Messer schnitt er in den Arm der Tanzenden, ohne dass Blut floss. Langsam fielen die Dolche wie reife Früchte von ihr ab.
Das Leben schien still zu stehen im Augenblick fessellosester Entladung. Die Fülle des Rausches war plötzlich aus den Seelen geschnellt. Leer — gebrechlich — standen die Ernüchterten da und wussten kaum im plötzlich erstarrten Geist die Züge des entflohenen Phantoms, das ihnen Leben geschienen, zurückzuhalten. Sie schämten sich zu reden; sie fühlten, wie kläglich ihre Stimmen jetzt klingen mussten.