Dorian zuckte die Achseln. „Ich habe die Weiber, die einen lieben, satt. Weiber, die einen hassen, sind viel interessanter. Übrigens ist dort der Stoff besser.“
„Ganz derselbe.“
„Mir schmeckt er da besser. Komm, wir wollen was trinken. Ich muß was haben.“
„Ich brauche nichts“, murmelte der junge Mann.
„Macht nichts.“
Adrian Singleton stand schläfrig auf und folgte Dorian ans Büfett. Ein Mischling in zerrissenem Turban und schäbigem Ulster grinste ihnen einen widerlichen Gruß zu, als er zwei Gläser und eine Branntweinflasche vor sie hinstellte. Die Weiber torkelten herbei und begannen zu schwatzen. Dorian kehrte ihnen den Rücken zu und sagte leise etwas zu Adrian Singleton.
Ein Grinsen gleich einem krummen malaischen Dolch verzerrte das Gesicht des einen Weibes. „Wir sind sehr stolz heute abend“, höhnte sie lachend.
„Um Gottes willen, rede nicht mit mir!“ schrie Dorian und stampfte mit dem Fuß auf den Boden. „Was willst du? Geld? Da! Aber sprich kein Wort mehr zu mir!“
Zwei rote Funken blitzten für einen Augenblick in den wässerigen Augen des Weibes auf, dann verloschen sie wieder und ließen sie trübe und gläsern erscheinen. Sie warf den Kopf in den Nacken und raffte mit gierigen Fingern die Münzen auf dem Schenktisch zusammen. Ihre Gefährtin beobachtete sie neidisch.
„Es hat keinen Zweck“, sagte Adrian Singleton seufzend. „Ich will nicht mehr zurück. Was macht's aus? Ich fühle mich hier ganz wohl.“