Sie sah ihn lächelnd an. „Wie lange Herr Gray wegbleibt“, sagte sie. „Wir wollen ihm helfen. Ich habe ihm noch nicht einmal die Farbe meines Kleides angegeben.“
„Pah! Du mußt dein Kleid seinen Blumen anpassen, Gladys.“
„Das wäre eine zu frühe Übergabe.“
„Die romantische Kunst beginnt mit dem Höhepunkt.“
„Ich muß mir die Möglichkeit des Rückzuges offen halten.“
„Wie die Parther?“
„Sie fanden Schutz in der Wüste. Mir wäre das nicht möglich.“
„Man läßt den Frauen nicht immer die Wahl“, entgegnete er; aber kaum hatte er den Satz zu Ende gesprochen, als von dem äußersten Winkel des Gewächshauses her ein unterdrücktes Stöhnen kam, dem das dumpfe Gerausch eines schweren Falles folgte. Alles sprang auf. Die Herzogin stand regungslos da vor Schreck. Mit ängstlichen Augen stürzte Lord Henry durch die wehenden Fächer der Palmen und fand Dorian Gray in einer todesähnlichen Ohnmacht am Boden liegend, mit dem Gesicht auf den kühlen Fliesen.
Er wurde sofort in den blauen Salon gebracht und auf ein Sofa gelegt. Nach einer kurzen Weile kam er wieder zu sich und sah sich verstört um.
„Was ist geschehen?“ fragte er. „Ach! jetzt fällt mir's ein. Bin ich hier sicher, Harry?“ Er begann zu zittern.