Halsschmuck der Warundi.
Wohngrundriss.
Alle Hütten sind in kleinen Komplexen zwischen dichten Bananenhainen vertheilt und mit buschiger Euphorbien- oder mit Distel ausgefüllter Bambus-Hecke umgeben. Aus den Bananen erheben sich einzelne glänzendblättrige Ficus-Bäume, die zur Herstellung des Rindenzeugs dienen und das ganze Dorf erscheint wie eine dunkelgrüne Insel in dem Meer lichtgrüner Grashalden.
Die Jagd spielt in dem dicht bewohnten Urundi keine Rolle, Fischfang betreiben die Tanganyika-Stämme mit Eifer, während im Kagera und Akanyaru, soviel ich erfahren konnte, nicht gefischt wird. Die Kanus der Tanganyika-Warundi sind primitive Einbäume mit Ruder, deren Blätter mit Baststricken befestigt sind. Am Akanyaru giebt es schone Einbäume mit langen, schaufelförmig ausgehöhlten Rudern, die wohl zugleich zum Ausschöpfen des Kanus dienen.
Die Rindviehzucht liegt hauptsächlich in den Händen der Watussi, doch haben auch Warundi vereinzelt Rinder der Sanga-Varietät. Schafe werden viele gehalten, sie sind glatthaarig mit kleinem Fettschwanz, nur in Nord-Urundi sah ich auch wollhaarige Schafe. Ziegen trifft man nur vereinzelt. Schlanke Hunde sind häufig und werden oft an der Leine geführt. Bienenzucht ist überall beliebt, die Körbe werden cylindrisch aus Gras geflochten und haben zwei Holzdeckel mit Fluglöchern. Hühner werden selten, in West-Ussui garnicht gehalten.
Die Hauptnahrung der Warundi liefert die Banane, welche in den Dorf-Komplexen angebaut wird. Die halbreifen Früchte werden meist abgenommen und vergraben, wodurch sie rascher reif werden. Eine grosse Rolle spielen auch Hülsenfrüchte, Bohnen und Erbsen, letztere von besonders guter Qualität. Sie werden in langen Bastkörben in den Hütten aufbewahrt. Sorghum der rothen Varietät dient hauptsächlich zur Bereitung von Pombe, der in grossen Mengen genossen wird. Zum Stampfen dienen Holzmörser. Vereinzelt trifft man auch Eleusine, süsse Kartoffeln, Mais und Maniok; überall Tabak, der in Ruanda geraucht, in Urundi hauptsächlich geschnupft wird. Aus Honig und Bananen wird ebenfalls ein geistiges Getränk bereitet, das ziemlich wohlschmeckend ist. Zum Rauchen dienen lange Pfeifen mit Thonköpfen, die Schnupfer pflegen sich die Nase mit einem halbgespaltenen Stück Holz zusammen zu klemmen, um den Genuss zu verlängern.
Topf, Ruanda. — Sichel, Urundi. — Hackenklinge, Urundi.