der im Handstücke ein lichtgraues, porphyrisches Gestein darstellt, in dessen glasig-cavernöser Grundmasse mit der Lupe schalig gebaute Sanidine, gelbliche Sodalithe, die man im Hinblick auf ihre hexagonalen Umrisse und ihren Fettglanz auf den muschelig-splittrigen Bruchflächen zuerst für Quarze zu halten geneigt ist, und schwärzlichgrüne Pyroxene zu erkennen sind. Die Betrachtung des Dünnschliffs bestätigt die vorwiegend hyaline Natur der Basis, die, an sich der Hauptsache nach farblos, meistens trübe und undurchsichtig, geradezu bimsteinartig erscheint durch massenhafte, schlauchartig in die Länge gezogene Poren und ferner durch schmutzig gelbliche, eine deutliche Fluidalstruktur bedingende Schlieren, die in Folge ihrer bald mehr globulitischen, bald mehr mikrolithischen Entglasung schwache Doppelbrechung im polarisirten Lichte bewirken; stellenweise bergen sie reichlich kleine Glaseier; wo die krystallinischen Entglasungsprodukte grössere Dimensionen erreichen, erweisen sie sich als zum Theil dem Feldspath, zum Theil dem Pyroxen angehörig. Die Einsprenglinge bestehen der Mehrzahl nach aus Sanidin von meist guter krystallographischer Ausbildung und im Allgemeinen klarer Beschaffenheit. Den ausgezeichnet schaligen Bau, den makroskopisch die ausgewitterten Individuen erkennen lassen, verräth im Präparate der mehrfache Wechsel wasserklarer, einschlussfreier Zonen mit solchen, welche durch massenhafte Glaspartikelchen verunreinigt oder durch Hohlräume zellig erscheinen; auch in den klaren Partien treten übrigens hin und wieder, parallel zu den Flächen der Basis oder des Klinopinakoids, Interpositionen von grünen Augitprismen und namentlich röthlichen Titanitkryställchen auf, letztere gewöhnlich in modellmässig scharfer Ausbildung von der Form (123) (011). Zwillingsbildung nach dem Karlsbader Gesetz ist häufig, solche nach dem Barvenoer Gesetz seltener; dagegen ist eine Gitterung oder polysynthetische Streifung wie auch optische Verhältnisse, welche auf Anorthoklas oder Plagioklas schliessen liessen, nirgends zu beobachten. Nächst dem Feldspath spielt der Augit unter den Einsprenglingen die bedeutendste Rolle. In krystallographischer Beziehung fast noch besser als jener, und zwar in den gewöhnlichen Formen (100) (110) (010) (111), die zuweilen Zwillingsbildung nach dem Orthopinakoid aufweisen, ausgebildet, zeigt er bei einer durchschnittlich sattgrünen Grundfarbe einen sehr beträchtlichen Pleochroismus. Der krystallographischen Verticalaxe zunächst liegt die Axe der grössten Elasticität a, für welche die Farbe gelbgrün ist; für b ergab die Beobachtung ein tiefes Grün während c grünlich braun befunden wurde. Die Auslöschungsschiefe (a : c) liess sich auf den wenigen, hierzu geeigneten klinopinakoidalen Schnitten auf 16-20° bestimmen, woraus im Zusammenhalt mit den übrigen Eigenschaften zu folgern ist, dass hier ein dem Aegirin nahestehender, eisenreicher Augit vorliegt, eine Annahme, welche durch die, an den meisten Individuen zu beobachtende, randliche Ausscheidung von Eisenoxyden eine weitere Begründung erhält. Auch der Sodalith tritt in relativ reichlicher Menge auf und zeigt gleich den übrigen Einsprenglingen scharfe krystallographische Umrisse, dem Rhombendodekaeder entsprechend; auf Zwillingsbildung deuten die an einigen Individuen vorhandenen einspringenden Winkel. Abgesehen von der Isotropie ist die Spaltbarkeit bald mehr, bald weniger gut, aber doch immer in einem Grade zu beobachten, der die Verwechslung der im Ganzen recht klaren sechsseitigen Durchschnitte mit solchen von Quarz ausschliesst; parallel zu den Conturen gelagert sind, namentlich in den äusseren Zonen, stäbchenförmige oder cubische Interpositionen von farblosem Glas häufig, seltener die grünen Augitprismen, wie sie auch in den Sanidinen auftreten; trübe gelbliche Massen, die zuweilen eine feine Faserung und geringe Doppelbrechung zu erkennen geben, durchziehen, den Spaltrissen entlang, die Sodalithsubstanz und sind wohl als zeolithische Umwandlungsproducte derselben anzusehen. Als accessorischer Bestandtheil der Grundmasse ist nur Titanit zu erwähnen; die zahlreichen Hohlräume derselben, welche das poröse Aussehen des Gesteins erzeugen, sind häufig mit dünnen Hyalithkrusten ausgekleidet, in denen schwach doppelbrechende Tridymitblättchen in unbedeutender Menge eingewachsen sind.

Der einzige vorliegende Quarztrachyt (Rhyolith) stammt von

»Ngorongoro, östlicher Kesselrand, 18. März 1892.«

Er ist ein hellgraues, porphyrisches Gestein, in dem sich spärlich Einsprenglinge von Quarz, Feldspath und einem schwarzen Bisilicat als primäre, ockrige Krusten von Eisenoxyden mit eingewachsenen Tridymitblättchen als secundäre Bestandtheile wahrnehmen lassen. Die Betrachtung des Dünnschliffs zwischen gekreuzten Nicols lehrt weiterhin, dass die äusserst feinkörnige Grundmasse ebenfalls hauptsächlich aus Quarz und Sanidin besteht, die in inniger gegenseitiger Verwachsung mit gewöhnlich sehr verschwommenen Umrissen aus einem farblosen Glasschleier hervorschimmern, der selbst wieder durch massenhafte blättrige, stengelige oder körnige Entglasungsproducte von nicht näher bestimmbarer Natur zu einer weisslich grauen trüben Masse devitrificirt ist. Dazu gesellen sich zum Theil prismatische, zum Theil blättrige Fetzen einer blaugrünen, sehr stark pleochroitischen Hornblende, die, nur selten Einsprenglingsgrösse erreichend, vielfach zu Krystallaggregaten verwachsen bis zu den kleinsten Dimensionen noch erkennbarer Grundmassenbestandtheile herab in der Grundmasse reichlich vertheilt sind. In Folge der, wie es scheint, vorwaltend nach dem Klinopinakoid tafelförmigen Ausbildung sind deutliche Querschnitte, die zur Bestimmung der Axenfarbe parallel zur Orthodiagonale brauchbar wären, leider nicht zu beobachten. Die Absorption ist am stärksten im Sinne der Verticalaxe und die Farbe für die in dieser Richtung schwingenden Strahlen tief grünlich-blau; ob diese Elasticitätsaxe indessen mit der Verticalaxe c zusammenfällt oder einen Winkel mit derselben bildet, lässt sich bei der tiefen Eigenfarbe und den winzigen Dimensionen der kleineren Individuen einerseits, der subparallelen, und darum eine exacte Beobachtung hindernden Verwachsung der grösseren Krystallaggregate mit Sicherheit nicht bestimmen; jedenfalls ist die Auslöschungsschiefe nur eine sehr geringe und übersteigt nicht den Werth von 5°. Für die senkrecht zur Verticalaxe schwingenden Strahlen ergab die Beobachtung schmutzig grüne bis gelbliche Töne. In der Voraussetzung, dass, wie bei der normalen Hornblende, c (tief blau) ungefähr = c ist, während die gelbliche Farbe der Elasticitätsaxe a entspricht, haben wir es also hier mit dem nämlichen arfvedsonitartigen Amphibolmineral zu thun, welches Mügge ebenfalls in Lipariten aus dem Massailande (aus der Umgebung des Naiwascha-Sees) gefunden und von dem er im IV. Beilage-Band des »N. Jahrb. f. Mineralogie« pag. 585 und 586 eine Beschreibung gegeben hat, der hier nichts Wesentliches hinzugefügt werden kann. Die übrigen, an Zahl und Grösse nicht sehr ansehnlichen, wasserklaren Einsprenglinge gehören Sanidin und Quarz an und lassen sich lediglich durch die dem ersteren eigene Spaltbarkeit von einander unterscheiden, da sie beide sowohl guter Krystallumrisse entbehren als auch durch den bemerkenswerthen Mangel an fremden Interpositionen — nur sehr vereinzelte Hornblendesäulchen und rundliche, mit Gasporen versehene Glaskörnchen finden sich eingeschlossen — in ihrem Aussehen sehr mit einander übereinstimmen.

Die gleiche blaue Hornblende wie in dem soeben geschilderten Rhyolithe, jedoch in noch viel weniger zur optischen Untersuchung geeigneten Partikelchen und wie zerfressen aussehenden Lamellen erscheint auch in reichlicher Menge in den ebenfalls aus dem vulkanischen Kessel von Ngorongoro stammenden quarzfreien Trachyten mit den Etiketten:

1. »Ngorongoro, Fuss des Abfalls beim See, 22. März 1892«

und

2. »Ngorongoro, Westhang, gegen Neirobi, 22. März 1892.«

Die sehr fein krystallisirte Grundmasse dieser beiden sich äusserlich sehr ähnlichen Gesteine besteht, wie die mikroskopische Untersuchung zeigt, zu ⅞ etwa aus klaren im Allgemeinen parallel zu einander gelagerten Sanidinleistchen, zwischen denen eine geringe Menge von globulitischer und stark mit Eisenoxyden pigmentirter Glasbasis eingeklemmt ist. Die spärlichen Einsprenglinge bestehen aus Sanidin; als Uebergemengtheil macht sich hier das in den übrigen Trachyten fehlende Magneteisen bemerkbar.

In dem biotitführenden Augittrachyt von den