»sechsten Stufe auf der Plateauhöhe vom Nordende des Eyassi-See, 25. März 1892«;

die beträchtliche Ausscheidung von Plagioklas in der ausserdem aus Augit und bräunlichem Glas bestehenden Grundmasse lässt ihn jedoch richtiger als ein Mittelglied zwischen den Limburgiten und den Plagioklasbasalten bezeichnen.

Auch der von dem

»Hang beim Makinga-Hügel, 16. Januar«

stammende Melilithbasalt gehört zu den, Glas in sehr ansehnlicher Menge führenden Gesteinen. Der Hauptbestandtheil seiner Grundmasse ist gelblicher, prismatisch ausgebildeter Augit, der in einer ebenso gefärbten Glasbasis eingebettet liegt. Durch Salzsäure erweist sich die letztere als leicht angreifbar, wie denn auch ihre häufige Trübung und die, in den nicht seltenen Hohlräumen zu beobachtende, reichliche Ansiedelung von Zeolithen und Calcit für eine sehr basische Zusammensetzung sprechen. Massenhaft ist Perowskit vorhanden, zum Theil in trüben, gelblichen Körnchen, zum Theil auch in scharf ausgebildeten oktaedrischen Kryställchen. Seine Anwesenheit gab erst Veranlassung auch nach Melilithen zu suchen; und in der That fanden sich, wenn auch recht spärlich die charakteristischen rectangulären Durchschnitte dieses Minerals, deren richtige Deutung im Hinblick auf ihr optisches Verhalten und ihre von den Längsseiten aus vorschreitende Faserstruktur nicht zweifelhaft sein kann. Die grösseren erscheinen im Innern noch relativ frisch und nur an den Rändern in die nämlichen schmutzigweissen, zeolithischen Massen umgewandelt, welche nach den kleineren Individuen förmliche Pseudomorphosen bilden. Als Accessorien sind weiterhin Magnetit und Apatit in reichlicher Menge zu nennen; die Einsprenglinge bestehen aus verhältnissmässig kleinen Augitkrystallen, deren Farbe einen Stich ins Grünliche zeigt und aus ebensolchen von Olivin, die von undurchsichtigen ockerigen Zersetzungskrusten umgeben sind, während ihr Inneres häufig noch ganz klar erscheint.

Die Sedimentgesteine

nehmen in Dr. Baumann's Sammlung eine nicht sehr hervorragende Stellung ein; doch besitzen manche von ihnen eine gewisse wirthschaftliche Bedeutung. So dürften vor allem die Kalksteine, welche sich an mehreren Punkten im Gebiet der altkrystallinen Gesteine vorfinden, neben den im Urgebirge selbst eingelagerten körnigen Kalken, als Baumaterial von grossem Werthe sein. Zum Theil sind es gleichmässig körnige, fast dicht erscheinende, dolomitische Kalke von gelblicher Farbe, denen hier und da in Gestalt kleiner Körnchen etwas Urgebirgsmaterial beigemengt ist, zum Theil sind es bräunliche, dünnschiefrige Kalkmergel; ihrer Mikrostruktur nach sind die ersteren meist undeutlich oolithisch. Ueber ihre Lagerungsverhältnisse konnten nur ungenügende Beobachtungen gemacht werden. In Bezug auf ihr geologisches Alter lässt sich leider auch nichts Bestimmtes sagen, da sie weder makroskopisch Fossilreste bergen, noch mikroskopisch solche in ihnen wahrnehmbar sind; allem Anschein nach sind sie mesozoischen Alters und lassen, hinsichtlich ihrer Farbe und Struktur, eine grosse Aehnlichkeit mit europäischen Juragesteinen nicht verkennen. Die reineren Kalke stammen von

1. »Ngorongoro, Kesselgrund am See, 21. März 1892«,

2. »Serengeti, zwischen Njogomo und Duvai bei den Massai-Lagern, 27. März 1892«,

3. »Unweit Marago Duvai, 28. März 1892«,