Von den vier Watussi zeigen drei (No. 1-3) so ziemlich die gleiche Form; sie sind klein (siehe die Capacität), extrem dolichocephal und prognath, zwei auffallend chamaecephal, der dritte orthocephal, alle drei platyrrhin. Die Stirne ist niedrig und fliehend, ein Torus frontalis ziemlich gut ausgebildet. Der Nasenrücken ist schmal vorspringend und mit einer deutlichen sattelförmigen Vertiefung versehen, nur beim Kinde breit und flach. Der Zwischenkiefer zeigt eine schräge Lagerung. Der Unterkiefer, jener des Kindes ausgenommen, ist äusserst kräftig entwickelt, der aufsteigende Fortsatz von auffallender Breite, der Uebergang beider Aeste ineinander fast rechtwinklig. Die Prognathie der Unterkiefer gelangt in einer Vorbiegung des Alveolarfortsatzes im Bereiche der Schneide- und Eckzähne deutlich zum Ausdruck.

Die Profillinie des Gesichtes ist winkelig geknickt; es schneiden sich nämlich in der Mundregion die Profillinien des Ober- und des Unterkiefers unter einem stumpfen Winkel, dessen Knie nach vorne gerichtet ist. Die Mahlzähne sind kräftig und hinsichtlich der Zahl ihrer Höcker variant. Der vierte Watussischädel unterscheidet sich von den übrigen; er ist wohl auch dolichocephal, prognath, und chamaecephal, aber durch ungewöhnliche Grösse und Stärke ausgezeichnet. An dem durch besondere Länge auffallenden Gesichte tritt die Prognathie weniger hervor als an den anderen Watussischädeln.

TAFEL XXVI

Watussi-Schädel.

TAFEL XXVII

Massai-Schädel.

Die zwei Massaicranien (No. 5 und 6 der Tabelle) sind nicht gleich geformt. No. 5 stimmt seiner ganzen Architektur nach mit den drei ersten Watussischädeln überein. Das Cranium ist extrem dolicho- und chamaecephal, prognath, platyrrhin und chamäkonch. Seine Stirne ist niedrig und fliehend, der Torus frontalis gut ausgebildet, der Nasenrücken vorspringend und mit einer sattelförmigen Einschnürung versehen. Der Zwischenkiefer ist schräg gelagert und zu beiden Seiten der Spina nasalis inferior vertieft, der Unterkiefer sehr kräftig gebaut, sein aufsteigender Fortsatz ausnehmend breit, der Uebergang in den horizontalen Ast rechtwinklig. Der Aveolarfortsatz des Unterkiefers zeigt keine Prognathie, möglicherweise aus dem Grunde, weil die Alveolen der fehlenden Mittelschneidezähne verödet sind.

Dem anderen Massaischädel (No. 6 der Tabelle, Tafel XXVII) fehlt der Unterkiefer. Er ist dolicho-orthocephal, prognath, mesorrhin und hypsikonch. Die Prognathie fällt viel weniger auf, auch ist der Zwischenkiefer nicht schräg gelagert. Die Stirne ist gewölbt und senkrecht ansteigend, der Nasenrücken mässig vorspringend. Capacität beider Massaischädel gering.