Speer und Pfeilspitze
der Wassandaui.

An Hausthieren besitzen sie viel Kleinvieh und Esel, sowie auffallend grosse und schöne Hühner. Als Kulturpflanzen dienen Sorghum und Eleusine, welche mit dem Erträgniss der Jagd die Hauptnahrung liefern.

Die Geräthe sind wenig originell und gleichen meist jenen der Wanyaturu. Die Hauptwaffe ist Bogen und Pfeil. Die Bogen sind auffallend stark gekrümmt, die Pfeile besitzen eigenthümlich geformte Holzspitzen. Daneben sind kurze Messer und schwächliche Speere, wohl auch Schilde der Wanyaturu-Form üblich.

Mit der Aussenwelt haben die Wassandaui wenig Verkehr. Am besten noch stehen sie mit den Wanyaturu, deren viele im Lande leben und deren Sprache häufig verstanden wird. Sonst kommen sie mit dem Ausland fast nur durch Vermittlung der Wanyamwesi-Ansiedler in Berührung. Früher wurden sie von allen umwohnenden Stämmen bedrängt und erfreuen sich erst seit Bestehen der Wanyamwesi-Kolonien eines ruhigen Daseins.

TAFEL XXI

Meisenbach, Riffarth & Co. Berlin heliogr.

IRAKU-LEUTE

An Kindern wird die Sitte der Beschneidung vorgenommen, sie findet im November, mit der Aussaat statt. Beim Reifwerden eines Mädchens werden Tänze abgehalten, die mit Gesang, doch stets ohne Trommelbegleitung ausgeführt werden. Die Heirathen werden gewöhnlich nur von den Vätern vereinbart, diese zahlen bezw. empfangen den Brautpreis, der bei Scheidung verfällt. Doch darf die geschiedene Frau niemals wieder heirathen. Vielweiberei ist gestattet, doch selten. Die Heirathen werden fast nur im eigenen Stamme geschlossen.

Bei einem Todesfall glaubt man stets an Zauberei. Derjenige, der sie verübt, wird durch den Zauberdoktor ermittelt und verfällt der Blutrache. Todte werden hockend mit gefalteten Händen, zugleich mit einer Opferziege beerdigt, die der Geist des Verstorbenen verzehren soll. Auch hier herrscht also der Ahnenkult; ein Gottesbegriff soll unbekannt sein.