(Man sieht noch, wie sich das Mädchen mit dem Burschen von früher wegschleicht.)
Zweite Szene.
Mondnacht. Zimmer wie früher, Frau, offene Haare, kriecht zum Fenster, das groß und voller Schatten ist, die sich ändern und den Boden mit Figuren überziehen.
Frau
(lockend, heiser lächelnd)
O — komme zu mir in der Nacht.
Daß du mir sollst zürnen — bitte ich dich,
weil bei mir ein Fremder mit im Bette liegt.
Wär’s besser nicht zu sein, als schlecht zu sein?
Wenn Schlechtsein schon den Anschein, Wirklichsein, erregt?
So lieb ich dich, wie du mich haßt.
So bin ich doch, wie du mich hast.
(müde, krank)
Nein, ich schlafe still allein,
Bettgewand ist mein Frauenhaar,
aufgespannt bin ich noch auf deine Hände.
Und legte mein Ohr ans Tor,
Und ein Vogel zog
— und höre dich?
Und legte meine Augen ans Fenster
— Und der Mond log —
Und umarme dich?
(unruhig)
Und der Morgen log nicht,
da ich mich sah allein und war eine Jungfrau wieder.
Weine Tränen in mein Haar.