Frau

(halb schlafend — halb singend)

Wacht auf, Schläfer!

Ein weißer Vogel fliegt im Zimmer, hat meine Augen ausgehackt —

Wacht auf, Schläfer!

Ein roter Fisch schwamm durch, hat mein Blut vollgetrunken —

Schlagt ein das Tor, Schläfer! Ein Wehrwolf rannte aus, hat mein Herz abgefressen —

(Die Burschen werfen de Hüte weg — einer ist halb nackt, den das Mädchen freundlich ansieht, und mit ihm dem Haufen nachrennt. Sie nehmen Stöcke und laufen dem Flüchtigen nach — neben einem hohen Steindamm eine Treppe hinauf aus Eisensparren, stürzen — Aufenthalt — Flüchtling schöpft Atem — wendet sich als Silhouette in der Höhe gegen die Verfolger um, wird matt — sie umringen ihn — unter der Bahnbrücke — ein Zug rollt vorbei — Signalglocke. Der Flüchtling nimmt die Gelegenheit wahr, um sich ins Wasser von der Höhe fallen zu lassen. Man schießt ihm nach, ohne ihn zu erreichen.)

Gleichzeitig mit den letzten Worten der Frau stimmt eine Heilsarmeemannschaft nach geistlicher Melodie folgenden Hymnus an:

Wer himmlischer Liebe Schlüssel hat,
Dem nie erstirbt die Stund.
Wie süß wirds ihm erst sein.
Ird’sche Liebe ist nur ein’ Pein,
Ein Rosendorn am Pfad
Zum Gartentor von Golgatha.
Seele, bleib noch nicht da . . . .