Am Tage bin ich ein Zweifelswesen von Menschenähnlichkeit. Heut nacht bläst mir ein Mann den Atem ein und glaubt an die Gestalt.

(Oben Mondlicht wandernd)

Wunderbare fremde Männerart,
die Sterne in Kreisen sah
und Schatten und Licht zu Freundschaften flicht.
Wundertätige Männerart,
die aus Gespenstern sich Gebärerinnen schuf.

Nicht lange ist meine Stunde und schon nah! Wie kurze Zeit darf jedes Ding nur blühen. Schon will des Mondes Licht erlöschen.

Unendlicher Genuß! Bald nimmer wünsche ich mir etwas. Keine Wolke ist mehr.

Dem fiebernden Wind setz ich mich aus, bin herrlich eingesäumt von Haarstrahlen, am Rückenrand, ordentlich wie Wasserkämme laufen sie über meine Beine hinab und verschwinden in der Erde.

(Sie sieht jemanden unten schleichen, erschreckt und erfreut, sie winkt ihm; eine Tür schlägt plötzlich auf, der Mann gleitet lautlos herein. Brennende Kerze in der Hand.)

Frau

(bevor sie ihn sieht, singt)

Ein alter Mann hielt Winter lang einen Vogel.
Als es Frühling war,
litt es nicht länger den Vogel,
Daß er vergaß zu singen gar.
Der Alte spannt ein grün Tuch über Vogelbauers Eisenstäbe;
Noch sang nicht wieder froh der Vogel vor dem Alten.