Die einzige Kuh, die im Jürgertstall stand, ging ein. Notschlachtung mußte vorgenommen werden.

Die Bauern kamen, musterten das Fleisch mißtrauisch, kauften, schimpften: "Ob er vielleicht nicht wisse, daß die Suppenbeine als Zuwag' dreingingen?" Und einige wieder sagten in beinahe mitleidigem Tonfall: "Ja, mein Gott, Bauer sein ist nicht so einfach! … Sonst tät's ja jeder machen."

Drei Wochen nachher begrub man die alte Jürgertin.

"Wärst' Knecht geblieben, wär gescheiter gewesen," sagte Söllinger zu seinem ehemaligen Knecht, "wenn's einmal angeht, hört's nicht mehr auf."—

Michael stürzte sich in die Arbeit. Der Pfarrer kam ein paarmal ins
Haus, sah nach.

"Eine Kuh halt, eine Kuh, Herr Hochwürden!" murmelte Michael hin und wieder dumpf.

"Der Herr hat's gegeben—der Herr hat's wieder genommen," antwortete der Geistliche nur.—

Und Michael verkaufte Heu und die zwei letzten Säcke Korn. Droben auf dem schmalen Streifen, über den Söllingerfeldern, hatte er dieses im letzten Jahr noch gebaut. Vom Reinalther lieh er sich damals den Fuchsen und den Pflug, ackerte. Und seine Mutter humpelte hinterdrein und säte.—

Es war Ferkelmarkt in Greinau. Die ganzen Bauern aus der Umgegend standen gruppenweise auf dem Platz vor der Gastwirtschaft "Zur Post", handelten hartnäckig herum mit den Händlern und kauften endlich. Die eingepferchten Jungschweine machten einen Heidenlärm, die Pferde scharrten ungeduldig und wurden unsanft zurückgerissen. Die Wirtsstube war vollbesetzt. Aus und ein ging man, redete, schmauste, und knarrend und knirschend, in scharfem Trab, rollten die Wägelchen davon.

Schüchtern kam tief am Nachmittag Michael an. Die Bauern stießen einander, zwinkerten, tuschelten spöttisch.