Es war eine windige, unruhige, stockdunkle Nacht. Manchmal trug eine
Windwelle Laute und abgerissene Sätze herüber zur "Ferkelburg".
Michael ging zitternd im Turm auf und ab. Auf und ab. Von Zeit zu Zeit neigte er sich über den Schreibtisch und schrieb noch ein Wort oder einen Satz auf einen aufgeschlagenen Bogen Papier.
Jetzt riß der Wind die Schläge der Kirchturmuhr auseinander. Michael tappte ans Fenster, hob die Gardine ganz schmal beiseite und band den Strick an den Fenstergriff.
Und sah scharf und spähend ins Dunkel hinaus.
Da krachte es furchtbar. Ein riesiger Feuerklumpen brach in der Gegend des Schmiedhauses schleudernd in die Schwärze der Nacht.—
Und um die runde Anhöhe hetzte eine lange Gestalt auf die Ferkelburg zu.
Michael faßte den Strick und legte seinen Hals in die Schlinge. Dann brach er ins Knie und hob seine ineinandergerungenen Hände zur Höhe. Sank.—
Mit jener grauenhaften Blässe, die oft jäh von furchtbarer Ahnung Erschütterte befällt, sagte der Pfarrer am andern Tag vor der Leiche des Erhängten: "Alle Dinge sind eitel!" Und hob den Blick gen Himmel.
Auf dem Schreibtisch lag ein Testament, das Guiseppe die ganzen
Besitzungen und Hinterlassenschaften Michaels zuerkannte.—