"Was trinken wir?" fragte van Haarskerk.

"Sekt! Sekt!—Ich möchte heute schwimmen im Sekt—und dann Whisky!" rief Yvonne emphatisch.

Das Auto fuhr surrend durchs Tor.

IV.

Die Dienerschaft war zu Bett gegangen. Es war still. Überall herrschte ein Geruch nach Zigaretten, Parfüm und Alkohol. Man ließ sich in die tiefen, nachgiebigen Fauteuils um den offenen Kamin im Rauchzimmer fallen. Jener Punkt war erreicht, wo alles öde, langweilig, dumm und trist zu sein scheint. Die Stimmung war zweideutig und unentschieden. Es hieß geschickt eine Krise zu vermeiden, die scharfen, vorgeschobenen Riffe der Überreiztheit gewandt zu umsegeln. Noch zwei oder drei schweigende Minuten und man stand vielleicht auf, gähnte dösig und ging zu Bett—oder aber auch Yvonne stieß zufällig mit dem Fuß wo an, knirschte gehässig und schmiß eine Vase kaputt. Es gab Skandal und alles war verloren, verhunzt. "Ich hab' Hunger," sagte Yvonne bereits bedrohlich.

Adam Högl ergriff die Gelegenheit und brummte trocken: "Ein frugales
Mittelstück! Sehr richtig! Weder Früh—noch Nachtstück—ein Mittelstück,
ein Stück in der Mitte!" Man lachte lahm. Der Maler Kotlehm und der Lyriker
Raming bewegten sich etwas aufgefrischter: "Ja, das wäre nicht dumm!"

"Geht!" befahl Yvonne Högl und dem Millionär. Die beiden waren aufgestanden. "Komm! Kommen Sie, Herr Küchenchef! Wir wollen—Na, die Herrschaften, na—na!?" trompetete Högl in seinem breiten Baß, als er mit van Haarskerk in die Küche ging. Während der Hausherr eineinhalb Dutzend Eier kochte, schmierte Högl Butterbrote, strich Kaviar darauf, schnitt Schinken und Seelachs.

Der Sekt war bereits abgekühlt.

Als er die Gläser und das Tablett mit den Speisen in das Rauchzimmer trug, hatte sich Adam Högl wieder ganz in der Gewalt und bediente behend wie ein Servierkellner. Man griff gierig zu, schmatzte. Die Stimmung hob sich.

"Und ick?!—Ick hock mir ins Klosette rin und kotze alle Spucke rinn!—rinn!—rinn!—" johlte Högl wie ein Grammophon mit wässerigem Mund. Und: "—rinn!—rinn!—" wiederholte der ganze Chorus.