Zufällig warf der Millionär seine Eierschalen in großem Bogen zur Decke. Sie fielen in den Spiegel oberhalb des Kamins und zischten auseinander. Belustigt darüber schleuderte Yvonne ihr Ei in die glitzernde Fläche. Benng! klatschte es spritzend auseinander. Einen Moment gafften alle unschlüssig.
"Hoi—j! Hoi—j!" brüllte Högl unverblüfft wie ein Ausrufer und warf ebenfalls sein Ei in den Spiegel. Das gefährliche Riff war umschifft. Alles gröhlte mit einem Male mitgerissen. Patsch—Patsch—Patsch! Jeder warf sein Ei in den Spiegel. Es klatschte um die Wette. Yvonne schüttelte sich berstend. Adam Högl hüpfte vor Vergnügen. Wie doch alles einfach ist!—"Das ist—um es richtig zu sagen—der Kampf mit dem Spiegel oder der verspritzte Eidotter auf dem Kamingesims!" plapperte Raming rülpsend.
"Hahaha—ha! Der Lyriker wird witzig!" stichelte der Millionär.
"Der Spiegelkrieg! Das Krieglspielchen! Das Spielchen mit dem
Kriegl-Spiegl!" gluckerte Högls Bauchstimme. Ein hemmungsloses
Gelächter peitschte auf. Man trank überschnell und mit vollstem
Behagen. Adam Högls Gesicht glänzte triumphierend. Sehr gewandt
spuckte er seinen Mund voll Sekt zur Decke. Ein dicker Strahl war's.
Im Nu folgten die ändern.
Die Stimmung hatte einen ersten Höhepunkt erreicht. Es galt, ihn zu halten. Adam Högl begann zu zoten.
—Dem Lyriker Raming gab der Millionär seit einem Jahr ein Stipendium, weil Yvonne dessen bastardhaft verfaltetes Gesicht gelegentlich einmal als "angeilend" bezeichnet hatte. Des Malers Kotlehm vulgäre Schönheit entzückte die Diva dergestalt, daß sie van Haarskerk veranlaßte, ihm ein Atelier zu bauen. Von anderen noch wußte Adam Högl, daß sie beträchtliche Summen wegen eines Witzes oder dergleichen erhalten hatten.
Und er hatte sich Wasser kübelweise üher den Kopf schütten lassen.
In den Bauch treten lassen!
Und in acht Tagen?—
Raming rülpste, ließ den Kopf haltlos auf seine Brust herabgleiten, sank zusammen und schlief ein.