"Das macht doch nichts, oder? Herr Hochvogel, macht das was aus?" fragte Johann den Fabrikherrn.
"Na—wissen Sie, meinetwegen,—wir wollen einige gute Schoppen heben—ich kann's verstehen,—ich drück' gern ein Auge zu—bei Ihnen, Herr Krill.—Sie sind mir gut—sie arbeiten zuverlässig, da—da—da übersieht man auch mal einen Seitensprung, Prost!" sprudelte der Fabrikherr verlegen. Die Worte flossen schnell, fast ängstlich aus ihm, so, als wären sie wunderliche Ziegelsteine, mit denen man im Nu eine schützende Mauer um sich schließen könnte.
"Zu gütig," lispelte Anna bereits.
Und Herr Hochvogel goß das Glas der Rienken voll und schob es behend dem Arbeiter hin: "Da, trinken Sie!"
Die ärgste Gefahr schien behoben zu sein. Man konnte es an den allmählich sich wieder aufheiternden Gesichtern sehen. Auch die Wirtin kam wieder an den Tisch und der Fabrikant bestellte in einem fort.
Johann beachtete das Getue Hochvogels mit seiner Frau auch nicht weiter. Er trank in vollen Zügen und wurde immer lustiger, lachte und machte hin und wieder einen dreisten Witz. Dadurch wurde auch Anna kühner. Sie wich nicht von der Seite des Fabrikherrn und streichelte ihn ein paarmal kosend, warf belustigte Blicke zwischen den beiden Männern hin und her.
"Hab ich nicht gesagt, Hans, daß er ein netter Mensch ist?" sagte sie übermütig und lachte piepsend.
"Ein netter Me—ensch! Ein sehr netter Mensch! Ein Goldmensch!" brümmelte Johann schon etwas betrunken und summte weiter: "Verbringt das Geld so gemütlich, so—so—so—" Er wankte bereits him und her und rülpste ungeniert in den Tisch. Gläsern standen seine Augen. Die anderen kicherten.
"Hat ihn schon mächtig," hörte er Hochvogels Stimme.
"Na, na! Herr Krill, na—!" rief die Rienken.