Unser Wohnhaus in Guanay
Tafel 12
Stromaufwärts
Die »Stadt« Mapiri
6. DIE RÜCKKEHR.
In derselben Tonart klingt mein Tagebuch weiter. Besondere Erlebnisse hatten wir keine. Wir genossen das Leben auf, in und an dem Flusse. In Mapiri langten wir am 1. Mai um die Mittagsstunde an. Wir fanden das ganze Bild unverändert, auch unseren holländischen Freund ohne Beine. W. und ich machten uns sofort zu Fuß nach San Carlos auf, da wir unsere Maultiere nicht vorfanden. Unterwegs erlegte ich einen Kondor, was ich schon, nicht ohne Stolz, erzählt habe. Im übrigen war die achtstündige Wanderung eine Qual. Wir hatten die Sonnenglut und die große Steigung, die es zu überwinden galt, nicht in Betracht gezogen, als wir uns nach dem langen Sitzen im Boot, »die Füße ein wenig vertreten« wollten. Außerdem hatten wir die Zeit falsch berechnet und mußten die letzte Wegstrecke von ½7 bis 8 in absoluter Finsternis durch den Urwald tappen.
Erst am Abend des nächsten Tages langten unsere Gefährten mit dem Gepäck an. Wir gönnten uns zwei Ruhetage in San Carlos. Dann mußten wir wohl oder übel daran denken, wieder über die Kordillere nach Hause, d. h. nach La Paz, zu steigen.
Die Zeit drängte insofern, als die Jahreszeit vorrückte. Der erste Wintermonat stand vor der Tür. Von Juni an ist der Yachazani-Paß überhaupt nicht mehr zu überschreiten.