Uns so froh vereint
Dieser Jubeltag.
Es ist wie ein Reigen von Gespenstern, die sich ungebeten an ein Menschenfest herandrängen.
Die Offiziere applaudieren frenetisch, da die Sänger jetzt die Treppe herabtänzeln. Kitty hält die Hände auf eine Stuhllehne gestützt.
»Was hat unsere schöne Hausfrau nur heute?« fragt der Oberstlieutenant den türkischen Major. »Haben Sie je solche Augen gesehen?«
»Ja, einmal zum Schluß einer Parforcejagd bei einem Hirsch, als er, von den Hunden müdgehetzt, zusammenbrach. Ich habe seit der Zeit nie mehr eine Parforcejagd mitreiten wollen. Brr! Das Nachlaufen ist lustig genug – aber das Einholen ist ein gruseliges Vergnügen!« Der Major ist ein nervöser weichlicher Mensch, obgleich er sich tapfer geschlagen hat.
Der Kammerdiener meldet, daß angerichtet ist. Herr Förster hat Frau von Manz seinen Arm geboten, Kitty beschließt mit dem Obersten den Zug. Natürlich sitzen Kitty und der Hausherr einander gegenüber in der Mitte der beiden langen Seiten des Tisches.
»Welch wundervolle Blumen!« sagt der Oberst.
Frau von Manz bemerkt über den Tisch hinüber: »Ich laß meine Tafel immer kahl, mich erinnere diese Blumebeete unter Wachskerzeschimmer an eine Katafalk. Mir verdirbt's jedesmal de Appetit!«
»Ich habe, Gott sei Dank, keine so schwachen Nerven,« wirft Fräulein von Mühlhausen ein, deren energische Unausstehlichkeit ihr immer einen guten Platz an der Tafel sichert, sie sitzt an der rechten Seite des Obersten.