[2] Vergl. Anmerkung Seite [7].
Abb. 10. Schematisches Profil des Osnings (unter Fortlassung der Zwischenstaffeln zwischen Kreide und Buntsandstein).
Abb. 11. Die Hebungslinien des Teutoburger Waldes. Maßstab 1 : 1500000.
Abb. 12. Der Teutoburger Wald bei Detmold. Der vordere Bergzug besteht aus Muschelkalk und enthält die »Osning-Achse«, der hintere (Grotenburg mit Hermannsdenkmal) aus Kreide.
Nach einer Photographie von H. Stille 1908.
Wenn sich nun auch das tektonische Bild des Osnings, wie es in Abbildung 10 aus der Gegend östlich Bielefeld gegeben ist, in der verschiedensten Weise modifiziert, so bleibt doch als etwas Konstantes und Schritt für Schritt zu Verfolgendes die Heraushebung nach einer herzynisch gerichteten, vielfach aufgerissenen Sattellinie, der Osningachse, bestehen, und auch die paläozoischen Horste des Hüggels und der Ibbenbürener Bergplatte sind an diese Achse gebunden. Bis etwa bei Detmold liegt sie ganz nahe am Rande der westfälischen Kreide, rückt dann aber etwas von ihr ab. In Abbildung 12 bilden jenseits der Stadt Detmold die nach der Osningachse aufgewölbten Muschelkalkschichten den ersten Bergzug, jenseits dessen die das Hermannsdenkmal tragende Kreidekette sichtbar wird. Weiterhin ist die Achse vom Verfasser bis in das Vorland des Eggegebirges östlich von Driburg verfolgt worden, wo bei Herste diese bedeutendste aller Hebungslinien des Wesergebirgslandes in einem flachen Sattel von Röt und Wellenkalk ausklingt. Hier, wie weiter nördlich bei Hermannsborn, Vinsebeck und in gewissem Sinne auch bei Meinberg, sind an das Sprungsystem entlang der Achse Austritte von Kohlensäure gebunden. Bei Herste verwehren die undurchlässigen Rötschichten der Kohlensäure den Austritt, soweit nicht natürliche Spalten oder künstliche Bohrlöcher die Verbindung zur Tiefe schaffen. Abbildung 13 zeigt uns einen der erbohrten Kohlensäuresprudel der Firma Rommenhöller A.-G. zu Herste, der beim Aufsteigen Wasser mit sich aus der Tiefe emporreißt.
Abb. 13. Kohlensäuresprudel der Firma Rommenhöller A.-G. bei Herste.
Nach einer Photographie von Otto Liebert in Holzminden.