Abb. 14. Profil durch Falkenhagener Liasgraben und Köterberg. Maßstab 1 : 40000. (Zu Seite [18].)

Das Wiehengebirge.

Auf den Röt und Muschelkalk am Nordflügel des Osningsattels legen sich nördlich Bielefeld die Schichten des Keupers, Lias, Doggers und Malms, und nur unbedeutende Störungen und Auffaltungen modifizieren lokal das Bild einer normalen Schichtfolge vom Osning zum Wiehengebirge. Letzteres verdankt seinen Charakter als Gebirge allein der hohen Widerstandsfähigkeit der Weißjura- und einzelner Braunjuraschichten gegen die im Gebiete des Lias und Keupers tief eingreifende Denudation. Das Wiehengebirge ist somit ein »Schichtstufengebirge« am Nordflügel des Osningsattels, kein tektonisch selbständiger Gebirgszug, und auch seine Hebungslinie ist für einen Teil seiner Erstreckung die Osningachse ([Abb. 15]). Weiter nordwestlich erscheinen aber nördlich der Osningachse und parallel zu ihr zwei neue Achsen ([Abb. 10]), diejenige des Holter Sattels und diejenige des Piesberges[3], so daß wir hier zwischen der westfälischen Kreidemulde und dem Wiehengebirge nicht, wie weiter südöstlich, nur die eine Hebungslinie, die Osningachse, sondern deren drei haben, die sämtlich herzynisch gerichtet sind, und von denen die Piesbergachse als die nördlichste zur Hebungslinie des Wiehengebirges wird. Vom Karbon des Piesberges liegt bis zum Weißen Jura des Wiehengebirges eine einigermaßen ununterbrochene Folge nördlich einfallender Schichten, den Nordflügel des Piesbergsattels bildend. Eine etwas spießeckig gerichtete Verwerfung schneidet diese Schichten nach Westen ab, und zwar den Weißen Jura bei Neuenkirchen, und damit endigt das durch die Widerstandsfähigkeit der Juraschichten bedingte Wiehengebirge.

[3] Den Angaben über die Piesbergachse und die Endigung des Wiehengebirges liegen die Untersuchungen E. Haarmanns zugrunde.

Eggegebirge. Lippische Keupermulde.

Parallel zur Osningachse und südlich von ihr liegen nun im stark gestörten Vorlande des Eggegebirges weitere Hebungslinien, und alle diese verschwinden nach Westen unter der Kreide des Eggegebirges und Lippischen Waldes ([Abb. 10]); an der Egge hat die Kreide keinen Anteil an der Aufwölbung nach den Achsen, sondern legt sich diskordant über die aufgefalteten und gegeneinander verschobenen Schollen hinweg.

Wir haben am Eggegebirge den infolge der Widerstandsfähigkeit der Schichten als Gebirgswall aufragenden östlichen Denudationsrand der westfälischen Kreide, die hier flach und ungestört liegt. Die Faltung ist am Teutoburger Walde in vorcretacischer Zeit von Süden, dem Gebiete der heutigen Egge, ausgegangen und in postcretacischer (tertiärer) Zeit, teilweise vielleicht auch schon in spätcretacischer Zeit nach Norden, zum Osning, vorgerückt.

Abb. 15. Das Wiehengebirge als Schichtstufe auf dem Nordflügel des Osning-Sattels.
Kr = Kreide. j3 = Malm. j2 = Dogger. j1 = Lias. Kp = Keuper. m = Muschelkalk. bs = Buntsandstein. (Zu Seite [16].)