»Zu welchem Zweck, das weiß ich ja,
Doch, Schatz, ich kann dir's sagen,
Es kränket meine Seel', fürwahr,
Daß du für uns mußt alle Jahr
Dich in der Ferne plagen.«
O darum quäl' dich nicht so sehr,
Bin ich's doch nicht alleine,
Denn wandern müssen noch viel mehr.
Gott führ' mich fröhlich wieder her,
Und bleib' ich aus, dann weine.
Abb. 123. H. Wienke, Ziegler und Volksdichter in Brakelsiek (Lippe). (Zu Seite [123].)
Im Nethegau.
Aber auch wir werden von dem Land der roten Rose und damit von den Weserbergen überhaupt, sowie von dem Teutoburger Walde Abschied nehmen müssen. Die südlichen Teile unseres Hügellandes enthalten zwar insbesondere im sogenannten Nethegau noch einige interessante Stätten, wie z. B. die Edelsitze Rheder und Hinnenburg bei dem Städtchen Brakel (3600 Einwohner) oder den hochgelegenen Flecken Dringenberg mit seiner alten bischöflich paderbornischen Burg. Aber weder diese Orte noch das freundliche Tal der Nethe selbst werden uns dauernd fesseln können. Wir eilen wiederum der Weser zu und gelangen so zurück in die Gegenden, von denen unsere Rundreise ihren Ausgang nahm. Sie ist vollendet. Wird es die letzte Fahrt sein, die wir nach diesem lieblichen Landstriche machen? Ich für mein Teil hoffe es nicht.
Und tönen wieder die Gesänge
Der Lerchen an des Himmels Blau,
Dann lockt mich aus der dumpfen Enge
Der liebe, alte Heimatgau:
Das Wogen reicher Saatenfelder,
Der fetten Wiesen üppig Grün,
Das Quellenrauschen kühler Wälder,
Der Hügel frisches Buchengrün,
Des Stromes traulich klarer Spiegel,
Des Fährmanns Hütte strohgedeckt,
Des Dörfleins übermooste Ziegel
In Apfelblüte fast versteckt;
Es locken Mauern mich und Wälle
Der weltentrückten kleinen Stadt,
In schmalen Gäßchen manche Stelle,
Die einst so gern mein Fuß betrat,