Meine Frau und ich haben beschlossen, dem jungen Herrn ein eigenes Schubfach zur Verfügung zu stellen, damit er darin seine Kinderwelt baue. Nach meinem eigenen Jungentum zu schließen, wird er allerdings die Hosentasche vorziehen. Das Verhältnis zu den Dingen ist hier ein intimeres. Man hat auch alles für den ersten Griff bereit und nett beisammen: Kreisel, Mistkäfer, Aepfel und Schusterpech. Und dann – die Hauptsache! – es liegt nicht offen vor aller Augen da. Obwohl wir höchst diskret verfahren sind mit dem Geheimschatz des Prinzen Erasmus und uns das Lachen tapfer verbissen haben – er schien unser Vorgehen doch als eine Indiskretion zu empfinden. Es war eine Sache der Scham für ihn. Und man soll auch nicht einfallen ins Land der Kinderseele, man soll es behutsam anstellen, daß sie einen selbst hereinziehen. Wenn ihr Entzücken einmal recht groß ist, tun sie's schon.

Eine zartgebaute Welt, das Kinderparadies! Ein einziger rauher Hauch aus der kalten Welt der Erwachsenen – und tausend Blüten fallen auf einmal von seinen Bäumen. Es gibt ein Wunder, das ist so groß wie ein Pfennig, rund wie die Sonne und mildglänzend wie der Mond; du bewegst es ein wenig – und versteckte Farben leuchten daraus hervor: das durchsichtige Grün des Nordmeers, die Röte des Abendhimmels … Laß aber ein paar unrechte und grobe Finger darüber kommen und es verächtlich auf den Tisch werfen – so ist es ein armseliger Perlmutterknopf! – – –


Flieh, auf, hinaus ins weite Land!

In den Pfingsttagen ist er wieder aufgestanden. Die Pranken hoch emporgestreckt zum Ansprung …

Kusch!!

Und langsam, sehr langsam duckt er sich noch einmal in den Winkel.

Der Wanderdämon.