»Olle Winkelmann, olle Winkelmann,
Was süppst du denn so sehre?«

Und nun die Entgegnung des alten würdigen Mannes:

»Wat geiht di denn min Supen an,
Wenn ick et man betahlen kann!«

Das erinnert an die wuchtigen Schlagverse einer antiken Tragödie. Und hat er denn nicht recht, der alte Mann? Und wie recht hätte er erst, wenn er's nicht bezahlen könnte! Die Frage, ob mit diesem berühmten Dialog eine Ehrung des alten Kunsthistorikers Winckelmann beabsichtigt sei, ist für den dichterischen Wert ganz belanglos. Die Verse gelten eben für jeden Winckelmann, wenn er auch ganz anders heißt.

»Ein altes Weib auf der Turmspitze saß
Und sauren Kohl mit Käse aß« –

ja – wer, frage ich, würde sich mal um die alte Frau kümmern, wenn es nicht der kommersierende Student täte?! Und wie ungerecht ist die Beschuldigung, daß er über dem Kneipen die Studien vernachlässige! In den allbekannten Versen:

»Der Herr Professor
Liest heut' kein Kollegium,
Drum ist es besser,
Wir trinken eins rum«

ist es doch für jeden Wohlmeinenden offen ausgesprochen, daß nur deshalb getrunken wird, weil der Herr Professor nicht liest, und wenn hämische Gesellen behaupten, der Herr Professor lese eben deshalb nicht, weil alle Studenten trinken gegangen wären, so ist das für den Effekt ja ganz gleichgültig. Jedenfalls zeigt das gediegene Lied:

»Gennn–eral Laudon, Laudon rückt an, an, an,
Gennn–eral Laudon, Laudon rückt an.
Laudon rückt an, an, an,
Laudon rückt an, an, an,
Gennn–eral Laudon, Laudon rückt an«