auf das deutlichste, daß die Studenten sogar bei der Kneipe unermüdlich Geschichte repetieren, und wer aus eigener Bemühung weiß, welch unausgesetztes Studium es erfordert, den »Abt von Philippsbronn« mit »Pst« und Pfiff und Schnalz- und Schnarchgetön (im richtigen Tempo bitte!) zu singen, und wer beobachtet hat, bis zu welcher idealen Vollkommenheit es darin selbst schwächer begabte Talente bringen, der kann den Studiertrieb der kommersierenden Jugend nicht anders achten als hoch. Ist doch auch die höchste Blüte des Erkennens, die rechte Selbsterkenntnis, durch Worte von ewiger Geltung zum Ausdruck gekommen, z. B. in den Worten des biederen Mannes, der als Grobschmied und Vater inspizierenderweise nach Halle kommt und seinem flotten Sohn auf dessen Fragen: »Was macht die liebe Frau Mama, was machen die zarten Schwesterlein?« so schlicht als wahr erwidert:

»Se sünd noch all recht fett und rund;
Se seggen, du bist en Swinehund.«

Wer nur sehen will, der sieht also klar genug, daß der Studio sich nicht schont, vielmehr die härtesten Selbstanklagen mit Mut und Ausdauer verträgt. Wer auch erhebt machtvoller die Stimme der Menschlichkeit, als er es tut in den tief gemütvollen Worten:

»Reißt dem Kater den Schwanz aus,
Reißt ihn aber nicht ganz aus!
(Bravo!)
Laßt 'n kleinen Stummel dran,
Daß er wieder wachsen kann!«

Und wer macht sich zum dröhnenden Sprachrohr des verfolgten lepus parvulus und trägt seine rührende Klage an das Ohr der Mitwelt?

»Longas aures habeo,
Brevem caudam teneo.
Quid feci hominibus,
Quod me sequuntur canibus?

Caro mea dulcis est.
Pellis mea mollis est.
Quid feci hominibus,
Quod me sequuntur canibus?

Quando reges comedunt me,
Vinum bibunt super me.
Quid feci hominibus,
Quod me sequuntur canibus?«

Mein Freund, der Vernünftige, hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß die Menschen den Hasen ja eben deswegen verfolgten, weil sein Fleisch so süß und sein Fell so weich sei. O meine Brüder, soll ich ihm 'mal eine 'runterhauen? Aber nein! Seien wir duldsam gegen die Armen, denen nicht geworden ist, das Farbenspiel des Lebens zu kosten, und steigen wir als glückselige Wissende empor zu immer höheren Höhen des Tiefsinns. Sursum corda!