Solch ein Wunderknäul ist ein Garnknäul, das einen ganzen Nibelungenhort von Ringen, Ketten, Seidenbändern, Schokolade usw. usw. in sich birgt. Wenn die Mädel nun bei fortschreitender Arbeit das Garn abwickeln, so kommen nacheinander alle diese Kostbarkeiten zutage. Da gibt es viele Ahs! und Ohs!, viel Staunen und Lachen.

Die Kindheit ist solch ein Wunderknäul. Eigentlich ist das ganze Leben solch ein Wunderknäul; aber dann sind auch andere Sachen darin. Und ein Glück ist es, der Abwickelung solch eines kindlichen Wunderknäuls mit offenen Augen zuzuschauen.

Das unsere ist diesmal zu Ende; an seinem Faden sind wir an einen Ausgang des großen flimmerdunklen Irrgartens gelangt –

– und treten nun wieder hinaus ins helle Licht, ins grelle Licht des Tages.


Im Seebade

Fragt eine Hausfrau, was es heißt: eine fünfwöchige Badereise für sieben Menschen vorzubereiten! Eine Art Moltke muß sie sein, der bis auf den letzten Knopf und Kragen einen Feldzug organisiert.

Aber alle Sorgen, Berechnungen und Aufregungen solch einer Hausfrau um Koffer und Kasten sind nichts gegen Hertas Aufregungen um ihren neuen Puppenkoffer. Ihr müßt bedenken, es ist kein gewöhnlicher Puppenkoffer. Er hat Abteilungen für Hüte, Leibwäsche, Kleider, Toilettengegenstände usw. usw. und ist beinah so groß wie ein kleiner Menschenkoffer. Dieser Koffer ist ihr die Badereise; ohne ihn wäre die Badereise ein Garten ohne Pflanzen, eine Armee ohne Soldaten, ein Beefsteak ohne Fleisch. Es ist der Sinn der Badereise, daß man einen Koffer mitnehmen kann. Ich machte mir einen Scherz und sagte mit ernstem Gesicht: »Dein Puppenkoffer muß zu Hause bleiben; wir haben schon viel zu viel Gepäck.«