Appelschnut, Appelschnut, was wird der »Verein zur öffentlichen Hebung der Moralität bei den Mitmenschen« dazu sagen, daß du von himmlischen Pfützen sprichst!
Ja, sie ist schon so sehr mariniert, daß sie jetzt auch einen Matrosen zum Mann haben will.
»Erst will ich Barmherzige Schwester werden, und dann werd' ich wohl 'n Bauern nehmen, damit ich recht viele Tiere krieg', und dann heirat' ich 'n Matrosen.« Es ist dabei zu bedenken, daß sie schon vier Spielkameraden Hoffnung auf ihre Hand gemacht hat und außerdem nach einer früheren Aeußerung an dem Gatten ihrer Schwester Herta teilhaben will. Sie wird das System Blaubart akzeptieren müssen.
Und dabei sagt diese Dame, die sieben Männer haben will, noch statt »Badekabine«: »Kabadebine!« Jawohl, meine Frau und ich haben es wiederholt gehört: sie, die schon in richtigen Konjunktiven spricht und sogar Konzessivsätze riskiert, sagt noch »Kabadebine«. Und wir haben uns fein gehütet, sie zu korrigieren; das Wort war uns ein wundersam rührendes Ueberbleibsel aus jener Zeit, da sie noch durch die Sprache wie durch einen Urwald tappte und die wunderlichsten Blumen und Wege fand. –
Also ich darf mich jetzt einer Ruhepause erfreuen. Ich habe mir in einem großen Eimer allerlei Seegetier gesammelt und will jetzt so lange hineinsehen, bis ein kleiner Seestern mit seinen Saugfüßchen vom Grunde des Eimers bis oben an den Rand hinaufspaziert ist. Damit kann man sehr gut ein paar Stunden ausfüllen. Wenn ich dies Stück Arbeit erledigt habe und nicht allzu müde bin, will ich einer meiner Entenmuscheln so lange zuschauen, bis sie fünftausendmal ihre feinen Rankenfüße vorgestreckt und wieder eingezogen hat. Ja, wenn nicht mein Freund und Duzbruder Nazi wäre!
Nazi ist ein Dreijähriger; aber er ist groß und dick wie ein Sechsjähriger. Er hat einmal gehört, daß er zu dick sei, um schnell zu laufen; seitdem erklärt er, wenn er sich tummeln soll: »Kann nich, schu dick!« Er fiel uns schon auf der Herreise in der Eisenbahn durch die energische Erklärung auf, daß er nicht in der »heißen Tütbahn« fahren wolle, sondern in der »kalten«. Die »Tütbahn« war natürlich die Eisenbahn, weil sie »Tüt« macht, und »heiß« war sie, weil er das Feuer unter dem Kessel der Lokomotive gesehen hatte. Das war ihm unheimlich gewesen, und darum verlangte er, kalt zu fahren.
Als ich mich kaum in die tiefsinnige Betrachtung meines Seesterns versenkt habe, höre ich den Ausruf: »Ich krieg' doch wasch schu eschen!«
Aha, also Nazi. Als er mich einmal mit Sand beworfen hatte, rief ich: »Wart', du Schlingel, du kriegst heute nichts zu essen!«