Das Lied hatte ihn sogleich angelacht wie ein rotwangiger Apfel, da er’s in früher Kindheit zum ersten Male gehört. Nun aber strahlte
durch die braunen Stämme ein goldener Glanz; er ging darauf zu und wußte nicht: ist es goldene Sonne, oder goldenes Korn? Und als er am Feldrain stand, war es goldenes Korn in goldener Sonne.
Horch, wie schallt’s dorten so lieblich hervor! Fürchte Gott! Fürchte Gott! Ruft mir die Wachtel ins Ohr. Sitzend im Grünen, von Halmen umhüllt, Mahnt sie den Horcher am Saatengefild: Liebe Gott! Liebe Gott! Er ist so gütig und mild!
Die Hitze hatte drohende Wolken gebraut, und die fernsten Ähren standen schon in graublauer Luft.
Schreckt dich im Wetter der Herr der Natur: Bitte Gott! Bitte Gott! Und er verschonet die Flur. Machen die künftigen Tage dir bang, Tröste dich wieder der Wachtel Gesang: Traue Gott! Traue Gott! Deutet ihr lieblicher Klang.
Was war das für eine Zeit gewesen, da die Menschen mit solchen Empfindungen durch die
Felder gingen? Lichte Zeit? Dunkle Zeit? Eine heimelnde Zeit gewiß. War sie je gewesen? Würde sie jemals sein? Er grübelte nach, da klang aus dem verlassenen Walde her ein zauberischer Schall.
Wie lieblich schallt Durch Busch und Wald Des Waldhorns süßer Klang! Der Widerhall Im Eichental Hallt’s nach so lang – so lang!
Ja, wahrlich, – himmelsfern und himmelsleise klang der Widerhall aus einem Tal, das seine Augen nicht sahen – das keine Augen jemals sehen. Lange, lange klang der Widerhall, bis in die Abendröte hinein, in deren Glut er sich verlor.
Goldne Abendsonne, Wie bist du so schön! Nie kann ohne Wonne Deinen Glanz ich seh’n.