ist nicht der ewige Sinn.
Der Name den man nennen kann
ist nicht der ewige Name.
Lauda: „Wie dunkel muß die Weisheit Laotses sein, wenn so verschiedne Naturelle wie Puck und Sie sich auf ihn berufen. Aber was Puck ansteht, steht Ihnen nicht an. Lassen Sie mich alles rücksichtslos sagen: betrachte ich Sie, Ihre Herrengestalt, lasse ich die Schwingungen auf mich wirken, die von Ihrer hagren, verschloßnen Energie ausgehn, dann bedaure ich, daß Sie, geboren sich in allen Störungen der innren Rotation zu behaupten, das neue Erlebnis der Demut nicht organisch verarbeiten, nicht gleichsam dosieren, sondern alles Feste, Nervige durchsetzen und zersetzen lassen. Jeder neue Gedanke, der in uns aufkeimt, ist Störung und wird Wuchrung, wenn wir ihm nicht aus unsrer Gesundheit heraus Schutzstoffe entgegensetzen; verdünnen wir ihn nicht, vergiftet er uns. Es gibt eine geistige Schwängrung, der auch der Mann erliegt, es ist die Vergewaltigung durch die Seele; sie erfolgt immer dann, wenn in die Sphäre des Ich, des Einzelnen, die Vorstellung der andren oder der Totalität einbricht.
Sie sagen, ich sei nicht religiös. Ich verzichte nur darauf, das zu vereinigen, was sich nicht vereinigen läßt, die Sphäre des Ich und die der andren, oder die Sphäre des Geschehens und die des Absoluten, ich bewege mich in beiden, nacheinander, der Brückenlosigkeit bewußt, und bin so, Sucher des Zugleich und der Einheit, doch im praktischen Gebrauch reiner Dualist. Sie aber grenzen den Fremdkörper, der in Sie getreten ist, nicht ab — vielleicht ist er eine Frau, diejenige, die Sie porträtieren.“
D’Arigo begann die Figuren mit nassen Tüchern zu bedecken; symbolische Handlung, Bedeutung Laudas, daß Freundschaft nicht sein werde.
Sie gingen zusammen zur Stadt, vor einem Garten gab d’Arigo die Hand, sagte: „Leben Sie wohl, hier ist Sellos Atelier, ich werde erwartet.“
Absicht war deutlich, Lauda sagte ruhig: „Wenn es möglich ist, nehmen Sie mich mit, es ist erwünschte Gelegenheit, ihn kennen zu lernen.“
Sellos Statuen der triumphierenden Nacktheit schmückten Brunnen und Hallen, auch war er Liebling der Kunstzeitschriften.
Sello war bei der Arbeit; straff, mit geschloßnen Schenkeln, die Arme rückwärts gestreckt, damit die Kuppel des Bauchs, die Fanfare der Brust sieghafter sei, stand in Lebensgröße das Weib. Sie stand und schritt doch entgegen den Blicken, furchtlos vor Männern, Spitzen der Brüste gegen sie gerichtet; im archaisierten Blick letzte Erinnrung an junge Astarten.