»Ja, Lenchen, die ist nun hin!«
Evelyn kam aus der Laube und nahm der Frau das Kind ab.
»Du siehst ja schön aus!« lachte sie. »Komm, ich will dich abwaschen!« Die beiden verschwanden hinter dem Gebüsch.
Als Frau Hempel nun glücklich bei Tante Sophie anlangte, hatte sich inzwischen um diese ein ganzer Kreis versammelt.
»Ach ja, gnädige Frau,« seufzte sie, »Sie haben es gut, mit dem Fräulein für Ihre Kleine! Aber unsereins!« Sie strich mit der Hand über den weißseidenen Einsatz ihres braungefärbten Brautkleides und glättete den Pointlacekragen.
Der Pastor zog sich einen Stuhl heran.
»Das letzte Mal war es eine so traurige Veranlassung, die uns zusammenführte, meine verehrte Frau Craner!«
Tante Sophies Gesicht zeigte eine gemessene Trauer, wie man sie kurz nach Ablauf des Trauerjahrs an den Tag zu legen pflegt, verbunden mit einem kirchlichen Anflug, der in den Mundwinkeln lag. Sie hielt auf gute Beziehungen zur Kirche.
Der Pastor wurde wehmütig.
»Wie würde sich die Selige über das Glück ihrer Tochter gefreut haben!«