Evelyns Mund ward zu einem weichen Lächeln. »Sieh mal: Liebe, das ist etwas so Feines; man sollte es gar nicht berühren. So, wie die Farben dort in den Wassertropfen; wenn ich das Wasser in die Hand nehme, ist keine mehr da. Es bleibt nur Wasser übrig; damit kann ich mich zur Not ein bißchen waschen, aber das ist auch alles.«

»Vielleicht hast du ihn so lieb, daß du wünschst, immer mit ihm zusammenzusein?«

Evelyn sah ein Weilchen vor sich hin. Dann wiegte sie ihr Haar.

»Vielleicht! Nun ja, dann werde ich ihn heiraten. Aber ich denke mir, die feinen Farben werden dann verdrängt; satte Farben kommen, die übermorgen nüchtern werden. Es ist traurig, sich nach etwas zu sehnen, was nicht wiederkehren kann.«

Tante Sophie neigte den Kopf.

»Und dann ...« Evelyns Nase zuckte.

Tante Sophie dachte, daß Evelyn vielleicht niemals heiraten würde.

Durch Evelyn aber ging eine kleine Wehmut. Wenn Mr. Clavé sie nicht hätte heiraten wollen, wäre vielleicht ...

Aber dann lachte sie. Denn das Wasser spritzte bis zu ihr herauf und schimmerte in tausend Farben.

XXIII