»Wie gut, daß Sie endlich da sind!«
Er sah sie einen Augenblick fest an.
»Ja, ich glaube auch; es ist gut!«
Und dann gingen sie schweigend. Die Menschen strichen an ihnen vorüber wie Schatten, der Lärm quoll aus den Straßen wie aus Fernen, die ihr Schweigen nur tieften. Ganz sicher gingen sie, als wäre es nie anders gewesen. Aber sie sprachen kein Wort. Nur Julie lachte. Sie mußte lachen. Und Peter Owen sah sie an und verstand sie.
Bis sie oben an seinem Atelier waren.
Vor einem Bilde stand sie. Die letzten Lichter des Abends griffen nach ihr, und sie hielt stille. Eine gespannte Klarheit war in ihrem Empfinden. Sie fühlte alles, was um sie herum in halber Dunkelheit träumte: die Bronze drüben in der Ecke, die Staffelei, den niedrigen Tisch; sie fühlte, daß Peter Owen am Fenster stand, und daß viele Schritte zwischen ihnen lagen. Aber noch etwas anderes war in ihr, etwas Sicheres, etwas, von dem sie, ohne zu fragen, wußte, daß es kommen mußte, so gewiß, als hätte sie darum gearbeitet, und dieses sei nun das Ziel. Und dann kam sie sich auch so zu Hause vor.
Peter Owen wartete.
Er lehnte am Fenster und sah zu ihr hinüber. Gedanken kamen und gingen. Dann blieb nur der eine, daß sie da war.
Eine Erinnerung an seine Mutter streifte ihn. Dann war plötzlich eine Kindersehnsucht da: wenn der Mantel der Dämmerung über die Felder schleppte, wenn sachte die Sterne kamen, dann hatte er seine Hände oft voll Sehnsucht ausgestreckt ...
Er trat leise zu ihr und küßte sie.