Peter sagte nichts. Aber dies war es, wovon er mit ihr sprechen wollte.

»Ich denke darüber nach,« fuhr er nach einer Weile fort, »ob das Kind uns wohl dankbar dafür sein wird, daß seine Eltern nicht verheiratet sind?«

Wie weich klangen ihre Worte! War es nicht, als ob die Linien ihres Gesichts, auf denen die Dämmerung halbe Lichter spielen ließ, jetzt in leisen Tönen zu ihm sprächen?

»Ich möchte wissen, Peter, ob ein Kind einem niemals Vorwürfe machen kann? Die Menschen sind noch nicht so weit, daß sie den Unterschied begreifen zwischen Kindern aus einer Vernunftheirat und solchen, die — aus dem kommen, was zwischen uns ist. Die Menschen werden es einem solchen Kinde sehr schwer machen, glaube ich; das Kind wird vielleicht seine beste Kraft daran verschwenden müssen, nur über die Schwierigkeiten hinwegzukommen, die ihm die Eltern bereitet haben.«

Sie hatte ihre Hände gefaltet und sah zu Peter hinüber.

Er saß still in seiner Ecke. Er wußte, wie schwer es Julie sein mußte, an diese Dinge zu rühren, die sie früher so leicht hatte in ihre Hände nehmen können, weil sie noch nicht zu ihnen gehört hatten.

»Glaubst du nicht, daß die Erziehung das Kind davor schützen wird? Ich meine, durch sie müßte es innerlich frei werden, so daß es unbekümmert seinen Weg gehen kann ...!«

»Ja, Peter! Aber vielleicht wird das Kind auch anders denken. Es will sein Leben selbst bestimmen dürfen, ebenso unabhängig, wie wir es getan haben; frei soll es vor dem Leben stehen, soll gehen dürfen, wohin seine Überzeugung es drängt. Darf man seine Entscheidung beeinflussen?«

Peter nickte langsam.

»Glaubst du nicht, daß wir unserem Kinde ...?«