»Der Kleinen? Oh, das ist ein Prachtmädel! Gesund und fidel, wiegt schon vierundzwanzig Pfund! Auch Marianne geht es, Gott sei Dank, recht gut. Sie hat viel im Haushalt zu tun. Es ist gemütlich bei uns. Du solltest ...« Er brach plötzlich ab und wurde rot.

Julie mußte lächeln; sie war eingehüllt in eine Wolke von Fliederparfüm. Das war Mariannes Seife, und auch Lukas mußte sie natürlich benutzen.

»Nicht wahr, Julie,« begann er stockend, »du trägst es Marianne nicht nach, daß sie ...? Sie wird schon zur Einsicht kommen. Im Grunde ist sie doch so gut ...!«

Julie nickte freundlich.

»Ich kenne sie. Aber willst du nicht hereinkommen, Lukas?«

»Ich habe keine Zeit. Pastor Gerlach will mich heute noch sehen. Wir richten eine Schulbibliothek ein; da gibt es viel zu besprechen. Du hast wohl keine alten Bücher, die du entbehren kannst?«

»Ich will einmal nachsehen!«

»Wir nehmen alles mit Dank an!« Lukas schüttelte ihr die Hand und ging eiligen Schrittes der Kirche zu.

Der Fliedergeruch dehnte sich in der Sommerluft, wurde flacher und dünner und war verschwunden. Julie verstand jetzt besser als früher, daß man Lukas Allm lieb haben konnte.

Aber warum gerade Marianne ihn lieb hatte?!