Sie lachten und tollten, und die Luft ließ ihre Fröhlichkeit klingen wie die silberschwarze Fläche unter ihren Füßen.

Aber das dauerte nur Tage. Evelyn fand es zu kalt und fing an, von der Wärme des Südens zu reden, Marianne wurde müde und begann vom Haushalt und von ihrem Kinde zu sprechen.

Am nächsten Morgen blieben sie daheim.

Agnes Elisabeth allein blieb übrig. Sie wurde bedauert, weil sie keine Gesellschaft hatte; Lukas bot sich an, sie am Sonntag zu begleiten.

Aber sie dachte nicht daran, dies anzunehmen. Lukas lief schlecht, außerdem brauchte sie auch niemanden.

Lukas kam die Ablehnung gelegen, denn es wäre eine Qual für ihn gewesen, den ganzen Tag über die Wiesen zu laufen.

Auch die Schwestern freuten sich, denn Agnes Elisabeth hatte schon in früheren Zeiten Lukas immer nach Hause geschickt, sie konnte sich also nicht allzusehr verändert haben.

Agnes Elisabeth aber freute sich am meisten. Denn nun wollte sie einmal wirklich laufen, wie man laufen mußte, ohne Anhängsel, die vor tiefen Stellen, vor Gräben und Kanälen, Angst hatten, die immer von hinten riefen, man möchte warten, und lange berieten, wohin es gehen solle. Zuerst den Fluß entlang und dann der Sonne entgegen, mitten in lauter Licht hinein, dann links über die Ebene, die ohne Ende war und immer weiter ging, bis irgendwo Bauernhäuser kamen ...

Da wollte sie wieder nach rechts biegen und ein Weilchen vor dem Winde laufen. Sie konnte beinahe die Augen zumachen, so glatt war es hier, so frei von Gestrüpp und Wurzeln.

Die Sonne ginge schon nach Westen hinüber. Sie könnte ja einmal Umschau halten, wo sie wäre ... Wenn sie es nicht wüßte, könnte sie im nächsten Dorfe fragen und allmählich an die Heimkehr denken.