Tante Laura hüstelte vom Sofa her.

In Agnes Elisabeths Augen kamen Tränen. Sie beugte sich weit vor. »Wir? In unser schönes stilles Haus ein fremdes Wesen, das immer da ist und uns nichts angeht!? Nein! Wir vier wollen allein bleiben!«

Tante Sophie legte leise ihre Hand auf Agnes Elisabeths Schulter.

»Wir wollen euch ja keine Fremde ins Haus bringen,« sagte sie herzlich. »Tante Laura hat sich erboten, Mutterstelle an euch zu vertreten.«

»W—w—was?« schrie Marianne ungezogen.

Der Vormund warf ihr einen verweisenden Blick zu.

Tante Laura setzte sich in Positur, wie ein aufgeplusterter Spatz. »Ihr wißt, ich habe eure gute Mutter so lieb gehabt!« sagte sie. »Es ist mir wie eine Aufgabe vom lieben Gott geworden, euch die Heimgegangene nach besten Kräften zu ersetzen. Darum will ich das Opfer bringen und ...«

Julie lachte.

Über Agnes Elisabeths Gesicht ging ein Unbehagen. Sie schloß hochmütig die Augen; ihre Stimme schien von weit dahinten zu kommen.

»Es ist sehr liebenswürdig von dir, Tante Laura, aber dieses Opfer nehmen wir natürlich unter keiner Bedingung an! Ich bin jetzt sechsundzwanzig Jahre und, glaube ich, alt genug, hier mit den Schwestern allein zu leben.«