Tante Lauras Augen schillerten hinter den roten Sammetpolstern ihrer Wangen. Sie spitzte den Mund zu einem milden Lächeln. »Nun, ich will mich nicht aufdrängen! Ich meinte es nur gut mit euch! Und ich weiß, ihr werdet noch einmal entbehren, was ihr heute von euch gewiesen habt.«
Tante Sophie machte eine gewandte Bewegung.
»Agnes Elisabeth hat wohl nicht so unrecht! Sieh mal, du als ältere Dame ...«
Der Vormund zog langsam das Augenlid herunter und faßte an seine Wimpern. »Tja, Agnes Elisabeth, da ist nicht viel zu machen, bei eurer Selbständigkeit! Versucht’s denn in Gottes Namen!«
Agnes Elisabeth lächelte befreit.
»Ich werde natürlich oft herauskommen und nach euch sehen! Hoffentlich geht alles gut! Und Evelyn ... Na ja, man muß sehen!«
»Evelyn kommt Ostern zu uns,« sagte Tante Sophie freundlich. »Das hat mir deine Mama noch versprochen, Evelyn. Kommst du auch gern?!«
Evelyn nickte.
»Dann können wir wohl gehen!« sagte Tante Laura, erhob sich schwerfällig und faßte nach ihrer Pelerine. Julie half ihr eilfertig.
»Dann machst du eine hübsche Reise mit uns!« sagte Tante Sophie zu Evelyn. »Wir werden uns schon gut vertragen.«